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Braucht Ländle einen Topklub?

Über die Zukunft des Vorarlberger Eishockeys diskutierten die Präsidenten der vier großen Ländle-Klubs am Donnerstag beim "VN"-Stammtisch im Dornbirner Messestadion. Primäres Thema war natürlich der EC Feldkirch.

EHC-Lustenau-Präsident Werner Alfare sieht in der Frage, ob Vorarlberg einen Bundesligaklub braucht, mehrere Aspekte: „Natürlich ist es das Ziel jedes Sportverbandes, ein Aushängeschild zu haben. Ein Klub in der höchsten Liga kurbelt das Interesse an. Aber wir haben eine hohe Konzentration an Vereinen – in der Nationalliga ziehen spannende Derbys und Ausgeglichenheit viele Fans an.” Dennoch machte er ebenso wie seine Nationalliga-Kollegen Reinhard Lampert und Guntram Schedler deutlich, dass er Feldkirch einen ordentlichen Abschluss der Saison wünscht.

Wobei sich auch viele kritische Stimmen zu den enormen Budgets der Bundesligaklubs äußerten: „Aufgrund der Vorarlberger Mentalität ist Spitzensport mit einem Budget jenseits von zwei Millionen Euro nicht möglich”, stellte Ex-Lustenau-Präsident Erich Hollenstein in den Raum, „ich kenne keine Mannschaft – auch die Bregenzer Fußballer – die nicht eigentlich schon im Konkurs wäre.”

Nur mit Geld richten
Auch sein Vereinskollege Herbert Oberscheider sieht dies so: „Alle werben einem die jungen Talente sofort ab – wenn man eine Topmannschaft will, kann man das nur mit Geld richten.” Gleichzeitig warnte aber ORF-Mann Christoph Waibel vor einer Nationalliga mit vier Ländle-Teams: „Dann haben wir halt 24 statt zwölf Derbys, aber das Eishockey wird davon auch nicht größer. Die Funktionäre müssten sich zusammenraufen, um eine stärkere Lobby für ihren Sport zu schaffen.”

Leistungszentrum für den Nachwuchs
Eine zentrale Frage beim Stammtisch war der Nachwuchs. Dornbirn-Vertreter Reinhard Lampert hat bereits die Gründung eines Leistungszentrums angedacht.

„In der Jugend fallen sonst viele Spieler weg. So ein Zentrum – geographisch würde sich der Raum Dornbirn-Lustenau anbieten – würde sicher Sinn machen. Wir haben schon ein Konzept ausgearbeitet.” Lampert möchte 15- bis 16-jährige Talente holen, das Ganze auch durch Mitgliedsbeiträge der Eltern finanzieren. Nach zwei Jahren könnten die Spieler entweder zum Stammverein zurückkehren – oder dieser würde eine entsprechende Summe kassieren, wenn der Weg ein oder zwei Ligen weiter nach oben führt.

Der Feldkircher Reinhold Wessely bläst ins selbe Horn: „Man müsste die Kirchturmpolitik weglassen und eine vernünftige Lösung finden. Der Nachwuchs kommt immer nur zur Sprache, wenn ein Verein pleite ist und wird danach wieder vergessen.”

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