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Bludescher Bürgermeister will um Jägerkompanie kämpfen

Der Bludescher Bürgermeister befürchtet eine Aushöhlung und Auflösung der Garnison.
Der Bludescher Bürgermeister befürchtet eine Aushöhlung und Auflösung der Garnison. ©VOL.AT/Steurer
Bludesch - Das angekündigte Ende der in Bludesch stationierten Jägerkompanie stößt im Garnisonsort auf Widerstand. Bürgermeister Michael Tinkhauser vermisst beim Verteidigungsministerium ein nachvollziehbares Konzept und will sich für den Erhalt der Kompanie einsetzen.
Schwärzler für Erhalt der Jägerkompanie
Jägerkompanie in Bludesch wird aufgelöst

Wenn es nach dem Verteidigungsministerium geht, soll Bludesch bis Ende 2016 um eine stehende Kompanie ärmer sein. Geplant ist die Auflösung der 1. Jägerkompanie des Jägerbataillons 23, wie die Vorarlberger Nachrichten vergangenen Samstag berichteten. Ersetzt werden soll sie durch eine neu aufgestellte Milizkompanie. Bereits vor Weihnachten 2014 diskutierte man solche Pläne, damals war jedoch von der 3. Kompanie in Landeck die Rede. Laut dem Militärkommando Bregenz werden die Berufssoldaten der 1. Kompanie auf die anderen in Bludesch stationierten Truppenteile aufgeteilt. Mit der Miliz habe man so schlussendlich sogar mehr Soldaten in Bludesch, auch die Ausbildung würde sich in den beiden anderen Kompanien verbessern.

Zweifel an Gleichwertigkeit einer Miliz

In Vorarlberg ist man von diesen Plänen wenig begeistert, so auch in der Garnisonsgemeinde Bludesch. “Wir sind komplett dagegen”, betont Bürgermeister Michael Tinkhauser gegenüber VOL.AT. Aus seiner Sicht handle das Ministerium ohne erkennbares Konzept, was man warum zu schließen habe. Die angekündigte Milizkompanie sei mit einer stehenden Truppe nicht zu vergleichen. “Sie ist im Katastrophenfall nicht so schnell einsatzbereit und eventuell sogar teilweise selbst von ihr betroffen”, gibt er zu bedenken. Gerade das Einsatzgebiet des Jägerbataillons 23 zählt zu den am häufigsten von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten Österreichs.

Tinkhauser befürchtet Ende der Kaserne

Hinter der Auflösung der 1. Jägerkompanie befürchtet er eine “Salamitaktik” des Verteidigungsministeriums. Bereits bei der Volksabstimmung zur Wehrpflicht gab es Gerüchte, dass ein Berufsheer auf einige wenige Standorte konzentriert werden würde. Dieses Ziel scheint man auch jetzt noch zu verfolgen, fürchtet der Bürgermeister. “Wenn der Standort Bludesch immer mehr ausgehöhlt wird, dann tut man sich irgendwann leichter, ihn ganz zuzumachen”, erklärt Tinkhauser.

Bludesch will sich für Erhalt einsetzen

Noch will man sich in Bludesch nicht geschlagen geben. Gemeinsam mit der Landesregierung wolle Tinkhauser sich beim Bund für den Erhalt der Kompanie stark machen. Außerdem habe er bereits einen Gesprächstermin mit dem Garnisons- und Batallionskommandanten Oberst Thomas Belec zur Causa vereinbart. Der Bludescher Bürgermeister hofft außerdem auf die Unterstützung der anderen Bürgermeistern aus der Region. “Wenn wir etwas tun können, dann tun wir es auch.”

Das Jägerbataillon 23

Das Jägerbataillon 23 wurde 1998 aufgestellt und ist in den Garnisonen Bludesch und Landeck stationiert. Die Jägerkompanien sind als hochgebirgsbewegliche Einheiten ausgelegt, die auch in schwierigem Gelände zum Einsatz kommen. In Bludesch ist derzeit die Stabskompanie mit dem Bataillonskommando, die Kampfunterstützungskompanie und die 1. Jägerkompanie stationiert, in Landeck die 2. und 3. Jägerkompanie. Die gebirgsbewegliche Kaderpräsenzeinheit aus Berufssoldaten für Auslandseinsätze der sechsten Jägerbrigade ist als Teil der 3. Kompanie in Landeck, der dazugehörige Panzerabwehrtrupp als Teil der 1. Kompanie in Bludesch stationiert.

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