Blödelei mit viel Tiefgang

Clownin Hanna mal vier? Alles ist möglich!
Clownin Hanna mal vier? Alles ist möglich! ©Elke Kager Meyer
Clownin Gardi Hutter begeisterte ein kleines, feines Publikum im Sonnenbergsaal

Sollen wir oder sollen wir nicht? Diese Frage stellten die die Veranstalter von KultPur im Vorfeld, ob angesichts der 2G-Corona-Regeln ein Auftritt der Schweizer Clownfrau Gardi Hutter überhaupt Sinn macht. „Ja, macht es auf alle Fälle“, war sich ein kleines, aber umso mehr begeistertes Publikum an diesem Abend einig. Dicker Bauch, braunes Flickenkleid, Wuschelperücke – mit der „tapferen Hanna“, einer Frauenfigur fern aller Schönheitsideale, erobert Clownin Gardi Hutter seit vierzig Jahren die Bühnen der Welt. „Wer Clown werden will, muss eine eigene Figur kreieren, muss etwas Eigenes finden. Wenn du Frau bist, hast du noch immer grundsätzliche Zweifel, ob´s überhaupt möglich ist. Du hast nicht die Modelle, die schon bewiesen haben, dass es geht“, sagt die 68-jährige Schauspielerin und Autorin, die im grenznahen Altstätten in der Schweiz aufgewachsen ist und die Schauspielschule Zürich absolviert hat.

Seit 1981 tourte sie durch insgesamt 35 Länder, kreierte neun abendfüllende Theaterstücke, ein Zirkusprogramm, drei Musicals und erhielt 18 Kunstpreise für ihr Schaffen.

Strampeln nach Glückseligkeit

Clownin Hanna fasziniert: Ohne Worte, aber voll Brabbelei erzählt sie ihre Geschichten und obwohl ihr kein Stolperstein erspart bleibt, wird sie nie zum Opfer. Die Besucherinnen und Besucher werden zu Beobachtern, die nur allzu gerne helfen möchten, um Hanna aus ihrem Schlamassel zu holen. Sie gibt alles: tollpatschig, verquer und ver-rückt, berührend und poetisch. In „Gaia Gaudi“ ist Gardi Hutter schon wieder tot (in bisher acht Stücken war sie am Schluss sieben Mal tot).

Doch diesmal ist sie es von Anfang an. Das Publikum versteht sofort, Hanna erst später. Aber von so etwas unwichtigem lässt sie sich sowieso nicht aufhalten und so flattert Hannas Seele ungetrübt durchs Programm. Der Tod ist ja immer nicht nur ein Schlusspunkt sondern ein Anfang und in diesem Sinne ein Übergang. Die Geschichte wird von einer Sängerin, einer Tänzerin und einem Perkussionisten erzählt – hier gilt Neda Cainero, Juri Cainero und Beatriz Navarro ein großes Lob. Gemeinsam mit Gardi Hutter sorgten sie für einen ganz besonderen Kultur-Abend im Sonnenbergsaal.

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