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Blick in des Bildhauers Seele

Herbert Albrecht, Kopf als Scheibe, Cubus, 1998.
Herbert Albrecht, Kopf als Scheibe, Cubus, 1998. ©MG Wolfurt
Wolfurt. (hapf) Einem der ganz großen Kunstschaffenden widmet der Kulturkreis Wolfurt kommenden Sonntag einen Spaziergang. Bildhauer Herbert Albrecht gewährt, begleitet von Walter Fink, Interessierten Einblick in sein Leben und sein Schaffen.

Der Herr Professor, der seinen Berufstitel 1980 vom damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger verliehen bekam, zählt zu den bedeutendsten Bildhauern Österreichs. Am 7. Februar 1927 in Au im Bregenzerwald geboren, verschrieb Herbert Albrecht sein Leben der Bildhauerei. Er absolvierte die Kunstgewerbeschule in Innsbruck und studierte ab 1949 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, unter anderem von 1951 bis 1955 bei Fritz Wotruba. Zu den zentralen Themen des Steinbildhauers, deren es mangels eines Lehrstuhls ja nicht mehr viele gibt, zählt bis heute die menschliche Figur und hier vor allem der Kopf, der bei Albrecht immer wieder im Mittelpunkt steht.

Bekannteste Arbeiten

Zu seinen bekanntesten Arbeiten zählen die Monumentalplastik an der Eingangsseite der Klosterkirche Mehrerau in Bregenz, die Mutterfigur beim Autobahnrastplatz Frutz, der Bronzekopf vor dem Juridicum in Wien, der Ikarus in Bludenz, die Skulptur „Fruchtbare“ vor der Nationalbank in Bregenz und am Bregenzer Hafen seine „Hommage an Brigantium“. Bei der Pädagogischen Akademie schuf er eine Brunnenanlage, vor der Börse Frankfurt die „Stehende“.

Internationale Beachtung

Mit seinen zahlreichen Arbeiten für den öffentlichen Raum habe sich Herbert Albrecht in dieser Hinsicht große Verdienste erworben, betonte Landeshauptmann Markus, als er 2012 zum 85er gratulierte. Ausgestellt wurden Albrechts Arbeiten bereits in zahlreichen Ländern, darunter die Schweiz, Deutschland, Belgien und die Vereinigten Staaten. “Vom künstlerischen Schaffen und vom Namen Herbert Albrecht profitiert der Kunst- und Kulturstandort Vorarlberg im Ganzen, weil er in das Blickfeld einer interessierten internationalen Öffentlichkeit gerückt wird”, so Wallner damals.

Walter Fink im Gespräch mit Albrecht

zum 90. Geburtstag Albrechts widmet der Kulturkreis Wolfurt unter dem Motto „Wolfurter Spuren“ dem Künstler einen Spaziergang. Interessierte haben die Gelegenheit, den großen Sohn der Gemeinde auf einem Rundgang zu seinen Kunstwerken im öffentlichen Raum zu begleiten. Der frühere ORF-Kulturchef Walter Fink, den mit Albrecht eine lange Freundschaft verbindet, wird dabei mit dem Künstler über sein Leben in Wolfurt sprechen.

Von der Kirche bis zum Cubus

Der von Ferde Hammerer organisierte Spaziergang beginnt bei der Pfarrkirche, für die Albrecht 1973 bei der Renovierung für die neue Form der Liturgie den Volksaltar, Tabernakel und Ambo geschaffen hat. Der Weg führt weiter zum nächsten Kunstwerk vor dem Rathaus und zur Mittelschule, zur Skulptur „Stehende“, die deutlich Albrechts Studium bei Wotruba erkennen lässt. Den Abschluss des Spazierganges bildet das 1998 entstandene imposante Kunstwerk „Kopf als Scheibe“ vor dem Cubus. Ein Gespräch über den Auftrag im Rahmen von Kunst am Bau, den damaligen Wettbewerb und die Ausführung des Kunstwerkes rundet den Wolfurter Spaziergang ab, der mit einem gemütlichen Hock auf Einladung der Gemeinde ausklingt.

Den Stein verstehen und begreifen

Auch mit seinen 90 Jahren ist Herbert Albrecht kein Ruhender, lässt seine Hände nicht im Schoß. Er bereitet sich auf eine Ausstellumg im vorarlberg museum (20. Juli bis 3. September) und im Kunsthistorischen Museum in Wien (ab 18. September) vor. Die Ausstellung im vorarlberg museum und am Kornmarktplatz zeigt einen Querschnitt durch die bildhauerische Arbeit von Herbert Albrecht, wobei ein Schwerpunkt auf der jüngeren und jüngsten Zeit liegt. Für diese Ausstellungen steht Herbert Albrecht täglich in seinem Atelier. Wie formulierte Walter Fink so treffend zum 90er seine Freundes in den VN: „Er arbeitet nach wie vor tagtäglich am Stein, er schafft ein Alterswerk, das nichts von Milde kennt, das vielmehr immer strenger und klarer wird. Eine ganz erstaunliche Sache, denn Bildhauerei, im besonderen Steinbildhauerei, fordert körperlich und geistig höchsten Einsatz.“ Für den Jubilar ist „das direkte Hauen in Stein die schönste und schwerste Arbeit, voll von großer Spannung.“ Eine Arbeit, die Herbert Albrecht heute noch mit der gleichen Begeisterung erfüllt und die ihn immer wieder aufs Neue lehrt, „den Stein zu verstehen und ihn zu begreifen in allen Bedeutungsformen des Wortes.“

Termin

Spaziergang mit Prof. Herbert Albrecht

Sonntag, 30. April 2017, 14:30 Uhr, Treffpunkt oberer Parkplatz bei der Pfarrkirche

Der Spaziergang führt in die Pfarrkirche, zum Rathaus, zur Mittelschule und zum Cubus.

Der ehem. ORF-Kulturchef Dr. Walter Fink wird während des Spaziergangs mit Herbert Albrecht über sein Leben und Schaffen sprechen. Abschließend gemütlicher Hock.

 

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