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Bischof Klaus Küng reicht Rücktrittsgesuch im Vatikan ein

Im Februar 2014 feierte Klaus Küng sein silbernes Bischofsjubiläum.
Im Februar 2014 feierte Klaus Küng sein silbernes Bischofsjubiläum. ©APA
St.Pölten/Vatikanstadt. Der gebürtige Vorarlberger und ehemalige Bischof von Feldkirch, Klaus Küng, bietet dem Papst mit Vollendung seines 75. Lebensjahres am 17. September seinen Rücktritt als St. Pöltener Diözesanbischof an. "Ich sehe diesem Tag und seiner Entscheidung mit großer Gelassenheit entgegen", so Küng zu dem im Kirchenrecht vorgesehenen Schritt am Freitag.

Wirksam wird der Rücktritt, der für jeden Bischof mit 75 Jahren vorgeschrieben ist, aber erst, wenn ihn Papst Franziskus auch annimmt – und das kann dauern. Im Fall von Egon Kapellari in der Steiermark hatte es zuletzt vier Jahre gedauert, in denen dieser sein Amt weiter ausgeführt hatte ehe der Papst sein Rücktrittsgesuch annahm.

“Entlastung wird kein Problem sein”

“Ich habe vor 26 Jahren zum Bischofsamt Ja gesagt, auch wenn ich wusste, dass es mir viel abverlangen wird, und ich stehe auch heute noch dazu. Es war nicht immer leicht, zeitweise war es sogar sehr schwer, aber ich habe auch viel Schönes erlebt.” Wenn er entlastet werde, “wird dies für mich kein Problem sein, im Gegenteil”, so Küng.

Er werde sich “anderen, mehr priesterlichen Aufgaben zuwenden, solange ich dazu imstande bin”. Und er werde “hoffentlich auch mehr Zeit zum Wandern und mehr Muße haben”.

Seine Aufgabe in der Diözese St. Pölten sei es gewesen, “eine Spaltung zu überwinden und Frieden zu stiften”. Das sei gelungen. Er wünsche sich, so Küng, “dass es in der Diözese gut weitergeht, dass die errichteten Fundamente stabil bleiben und Aufgaben weitergetragen werden”. “Wir Christen und wir als Kirche leben in einer gesellschaftlichen Umbruchsituation, in der wir neue Wege finden müssen, zu Christus zu führen”, betonte der Bischof.

Aufgewachsen in Vorarlberg

Klaus Küng wurde am 17. September 1940 in Bregenz geboren und wuchs in Feldkirch auf. Nach der Matura studierte er Medizin in Innsbruck und Wien, wo er 1964 promovierte. 1960 lernte er das Opus Dei kennen, dem er sich bald anschloss. Das Theologiestudium schloss Küng 1969 an der Lateranuniversität in Rom ab.

Danach wirkte er ein Jahr als Arzt am Landeskrankenhaus in Graz und beteiligte sich am Aufbau des Opus Dei in der steirischen Landeshauptstadt. 1970 wurde Küng in Madrid zusammen mit weiteren 27 Mitgliedern des Opus Dei zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren an der Peterskirche in Wien und reger Seelsorgearbeit innerhalb des Opus Dei wurde er 1976 zum Regionalvikar ernannt. Dieses Amt hatte er bis 1989 inne.

15 Jahre Bischof in Feldkirch

Am 21. Jänner 1989 wurde Küng von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Feldkirch ernannt und am 5. März geweiht. In der Krise rund um den umstrittenen St. Pöltener Bischof Kurt Krenn und die Affäre um Kinderpornos und Homosexualität im St. Pöltener Priesterseminar wurde er als Apostolischer Visitator in die Diözese St. Pölten entsandt.

Erst Apostolischer Visitator, dann Nachfolger von Kurt Krenn

Nach dem Rücktritt Krenns im September 2004 wurde Küng am 7. Oktober 2004 zum Bischof von St. Pölten ernannt. Küng ist im Rahmen der Österreichischen Bischofskonferenz für Ehe und Familie, Bioethik und Fragen des umfassenden Lebensschutzes zuständig. Er ist weiters Mitglied der vatikanischen Kleruskongregation und Konsultor des Päpstlichen Familien-Rates. Sein bischöflicher Wahlspruch lautet “Serviam” (“Ich will dienen”). (red/APA)

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