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Bildung, Religion, Werte: Was wir über Flüchtlinge wissen

Die Flüchtlinge beschäftigen auch die Forschung (Archivbild Flüchtlingsheim Gaisbühel)
Die Flüchtlinge beschäftigen auch die Forschung (Archivbild Flüchtlingsheim Gaisbühel) ©VOL.AT/Steurer
Götzis. Seit 2015 dominieren die Zahl, Werte und Qualifikation der nach Österreich geflohenen Menschen die öffentliche Kommunikation. Die tatsächlichen bisherigen Forschungsergebnissen wurden im Ambach präsentiert und diskutiert.

Seit 2015 verzeichnen Vorarlberg und Österreich einen starken Zuzug aus Kriegs- und Krisengebieten. Große Teile der Bevölkerung stehen dem kritisch gegenüber – und auch die Forschung verfolgt diese Einwanderungswelle genauer als jede vorige. Die bisherigen Ergebnisse der Forschung wurden am Montag in der Kulturbühne Ambach präsentiert und diskutiert, organisiert von okay.zusammen leben. Das Ziel: Eine auf Fakten basierende und realitätsnahe Integrationsarbeit ermöglichen.

Die Bildung der Flüchtlinge

Besser gebildet als der Durchschnitt der Heimatländer

So zeigt sich, dass aus den drei großen Herkunftsländern Afghanistan, Irak und Syrien sehr unterschiedlich gebildete Menschen zu uns kamen. Dennoch, die nach Österreich geflohenen Menschen sind im Vergleich zu ihren Herkunftsländern überdurchschnittlich gut gebildet. Dennoch, von den aus Afghanistan nach Österreich geflohenen Menschen über 25 Jahre verfügen 30 Prozent über keinerlei Schulbildung – in ihrer Heimat sind es aber 79 Prozent.

Viele mit wenig Ausbildung

Über eine universitäre Ausbildung, oder zumindest vergleichbar zur Matura der HAK oder HTL, verfügen zehn Prozent der Afghanen, 31 Prozent der Iraker und 27 Prozent der Syrer. Unterm Strich ist das Bildungsniveau bei höheren Abschlüssen ähnlich häufig wie unter Österreichern, der Anteil der Menschen mit geringer oder keiner Ausbildung liegt bei fast 50 Prozent der Flüchtlingen.

Afghanen und Syrer religiöser als Iraker

Beim Wertekodex (befragt wurden 898 Personen) gibt es ebenfalls grundsätzlich große Unterschiede zwischen den Herkunftsländern. Von den Afghanen und Syrern sehen sich selbst über 60 Prozent der Befragten als eher oder sehr religiös. Bei den Irakern sehen sich unter 50 Prozent als eher religiös, niemand als sehr religiös.

Wertevorstellungen und Integration

9 von 10 präferieren Demokratie

91 Prozent sehen aber die Demokratie nach europäischem Vorbild als ideale Staatsform, Unterschiede gibt es beim gewünschten Einfluss von Religion ins politische Leben. Während die befragten Iraker keinen Einfluss der Religion auf die Gesetzgebung wünschen, sehen dies beinahe 4 von 10 Afghanen und Syrer anders. Gleichzeitig planen 57 Prozent (eher) nicht mit einer Rückkehr in ihr Heimatland.

Wunsch nach Anschluss und Unabhängigkeit

Als wichtigster Integrationsbestandteil, aber auch Hindernisgrund sehen viele die Sprache. Gleichzeitig sehen es viele als schwierig an, sich in die Gesellschaft einzubringen und Anschluss zu finden. Ihnen sei es auch wichtig, sich aus der Abhängigkeit von staatlicher oder fremder Unterstützung zu befreien und auf eigenen Beinen zu stehen.

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