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Bilder entstehen im Tun und Sein

Künstlerin Erika Barriga hat die PanArt für sich entdeckt.
Künstlerin Erika Barriga hat die PanArt für sich entdeckt. ©Gerty Lang
PanArt ist für Erika Barriga Kraftquelle und Inspiration. 
PanArt im "Le Passepartout"

Lustenau/Hard. „Die Seele ernährt sich von Bildern“, sagte schon Erich Kästner. In der Galerie „Le Passepartout“ bei Sonja Köstl in Lustenau, konnte man diese Tage in die Stille und Ruhe der PanArt-Kunst eintauchen. „Wir nehmen uns Zeit zum Schauen und Staunen, gehen auf Entdeckungsreise und lassen uns auf einen kreativen Gestaltungsprozess ein“, sind sich die Finissagegäste, unter denen auch die Lustenauer Künstlerinnen Carmen Bösch und Evelyn Müller waren, einig.

Blick für die Schöpfungswunder

Die Harder Künstlerin Erika Barriga hatte schon als Kind große Freude am Tun. „Malen und zeichnen begeisterten mich. Meine Mutter lehrte mich, den Blick für die großen und kleinen Schöpfungswunder der Natur zu schärfen“, erzählt die Malerin aus ihrem Leben. Während ihres Berufslebens besuchte sie immer wieder Kunstseminare, unter anderem die Farbenlehre bei Prof. Gerhard Winkler. Auch besuchte sie einen Fachkurs an der Volkshochschule „Kunst und Design“ bei Mag. Klaus Luger mit Diplomarbeit zum Thema PanArt und machte eine Ausbildung zur PanArt Lehrerin bei Mathias Baumgartner. Doch was kann sich ein Laie unter PanArt vorstellen? „Vor fast vier Jahrzehnten hat Matthias Baumgartner, Künstlername MASU, dieses inzwischen 120 Jahre alte Farbrezept aus der Textilbranche entdeckt und weiterentwickelt. Er erfand viele spannende Techniken und gab diese an unzählige Interessierte mit viel Begeisterung weiter.

Kleister-Acryl Gemisch

PanArt-Farben bestehen aus einem Kleister-Acryl Gemisch das mit konzentrierten Flüssigpigmenten versehen wird. Sie zeichnen sich durch besondere Leuchtkraft und Transparenz aus, sind gut lasierend und haben einen sanften Eigenglanz. Die Farben werden relativ flüssig aufgetragen, lassen sich lange lenken und lösen andere Reaktionen aus als die der reinen Acrylmalerei“, erklärt Erika Barriga. Und was bedeutet der Name PanArt? „Pan heißt altgriechisch “alles”, mit dem englischen “Art” sind wir übersetzt bei “Alles Kunst”. Eine der Grundtechniken die Masu entwickelt hat nennt sich “panta rhei” benannt nach einem Zitat des griechischen Philosophen Heraklith und bedeutet „alles fließt“. Seit einigen Jahren werden PanArt-Farben auch industriell hergestellt.“ Die Farben werden meist mit Rolle und Stiel, die Leinwand bevorzugt am Boden liegend aufgetragen. Es kommen Spachteln, Kämme, Finger, selten Pinsel zum Einsatz.

Grenzenloser Spielraum

Die Bilder sind fast immer mehrschichtig, der gestalterische Spielraum ist grenzenlos. Die Farben brauchen längere Zeit zum Trocknen, daher können sie lange bearbeitet werden. Den Abschluss bildet ein Firnis. „PanArt ist intuitives Malen, ein sich treiben lassen von inneren Befindlichkeiten wie Freude, Gelassenheit, Leidenschaft, Begeisterung. Aber auch Ungeduld oder Traurigkeit fließen ein. Es gilt auch Unzulänglichkeit anzunehmen. Farben und Formen vereinen sich zu spannenden Strukturen, es wird verdeckt und wieder hervorgeholt was sich zeigen will. Wildheit, Ordnung, Zufall und Absicht, verbindende Linien, der spontane Malakt, hat meist den größten Stellenwert.“

 

 

 

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