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Bildende Künstler aus dem Bezirk Feldkirch. Roland Adlassnigg (48) „Eigentlich bin ich ein Realisateur“

Roland Adlassnigg vor seinem Kunstvorrats-Regal
Roland Adlassnigg vor seinem Kunstvorrats-Regal ©Yasmin Ritter
Der Bildhauer, Konzeptkünstler, Bühnenbildner und Alleskönner („Ich mache so lang bis es funktioniert“) über fette Autos und den Swimmingpool in der Johanniterkirche.Rankweil. Die VN- Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Feldkirch und ihre Arbeit. 
Roland Adlassnigg Rankweil, Bildhauer

Eigentlich wollte er Kindergärtner werden, aber auf der Kindergärtnerinnenschule gab es keine Jungentoiletten, somit durfte das männliche Geschlecht dort auch nicht studieren. Roland Adlassnigg besuchte daraufhin die Fachschule für Holz- und Steinbildhauerei in Innsbruck und machte die Meisterprüfung als Bildhauer in Wien. Vor dem Haus des Künstlers steht ein überdimensional großes Regal, auf dem der Laie beim ersten Anblick „Schrott zur Abholung bereit“ zu erkennen glaubt. In Wirklichkeit ist es eine Sammlung von bewusst gesuchten Teilen für Skulpturen, Installationen oder Bühnenbildern des Künstlers. Auf dem Regal befinden sich auch etliche Treibriemenreifen aus der Zeit der Industrialisierung. Daraus hat der Künstler zwei Steinskulpturen gemacht, die auf dem Kreisverkehr in Rankweil verewigt wurden, beide Steine rollen auf „Triebriemenreifen“. Auch seine aktuelle Ausstellung am Emsbach in Hohenems auf einem m² Kunst, ist ein Stein mit dieser Art von Rad. Dieser hat allerdings seine Beweglichkeit verloren, weil an ihn gekettet eine Fußfessel mit einem Covid-Virus hängt. Die Skulptur ist betitelt mit „Bauchlandung C21, Fortbewegung nicht möglich“.

Künstlerische und technische Abwechslung

Roland Adlassnigg ist ein Alleskönner, deshalb wird er auch von vielen großen Künstlern angefragt und beauftragt. Beispielsweise hat der Kunstraum Dornbirn Skulpturen von Erwin Wurm ausgestellt, „fat sculptures“. „Ich bin zu ihm nach Niederösterreich gefahren, habe das „Fat-house“ aus Styropor und Verputz abgebaut und im Kunstraum wieder aufgebaut. Geliefert wurde es mit zwei riesigen Lastwagen. Ich habe für Erwin Wurm die ‚Fat-cars‘ gebaut mit laminiertem Hartschaum. Dadurch sahen die Autos (Minicooper, Ferrari) aus wie aufgepumpt“. Die gemeinsame Arbeitsweise funktioniert per Video, Whatsapp und Zeichnungen.

Der Künstler ist ein Tausendsassa, der im großen Kunstmuseum Vaduz Geld gewaschen bzw. eine Maschine gebaut hat, die blank polierte Cent-Münzen hervorbrachte. Mit genau diesem Humor hat er auf eine Anfrage des vorarlberg museums reagiert. Dort ist von ihm eine Abstandhalter-Maschine mit drei original Ferrari-Hupen ausgestellt, die auch jene Menschen auf Abstand hält, die eine der wichtigsten Corona-Regeln immer noch nicht verstanden haben.

Unmögliches möglich machen

Als technischer Leiter der Johanniterkirche in Feldkirch ist Roland Adlassnigg für den Ausstellungsaufbau zuständig. So hat der Künstler schon Unmögliches realisiert wie z. B. ein 25 Meter langes U-Boot in die Kirche gebaut oder diese mit 70 000 Liter Wasser in Form eines unsischtbaren Swimmingpools überschwemmt.

Sehr kreativ ist der Künstler auch als Bühnenbildner für „Shakespeare am Berg“, das Projekttheater, das Walktanztheater oder Tänzerin Silvia Salzmann, mit der er gegenwärtig ein Bühnenbildkonzept für ein virustaugliches Aufführungsformat entwickelt. Adlassnigg liebt alle seine Tätigkeiten: „Ich mache jeden Tag Kunst, der Spaß ist die Abwechslung. Ich mache Aufträge für andere Künstler. Ich setze ihre Ideen um. Eigentlich bin ich ein Realisateur“.

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