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Bildende Künstler aus dem Bezirk Feldkirch. Günter Bucher (64) “Weiterentwicklung ist nur durch Neugierde möglich”

Günter Bucher
Günter Bucher ©Yasmin Ritter
Der Maler und Zeichner Günter Bucher über den Trieb zur Kunst und die Farbpalette der EidechseGötzis. Die VN-Heimat präsentiert bekannte Maler und Bildhauer aus dem Bezirk Feldkirch.
Günter Bucher

Kunst war bei Günter Bucher ein Leben lang allgegenwärtig. Der Vater war beruflich Designer und Stoffzeichner und hat seinen Kindern die ganze Kunstgeschichte erzählt. Trotzdem wollte er nicht, dass sein Sohn dem ersehnten Beruf des Künstlers nachgeht. Doch Günter Bucher wusste schon immer: Künstler ist man von Geburt an, der Trieb der kreativen Tätigkeit ist vorhanden, man ist dazu gezwungen. Trotzdem arbeitete er im Verlag und in der Druckerei, aber immer malte und zeichnete er auch. Als sein Vater starb, begann Günter Bucher mit 45 Jahren auf der Universität für angewandte Kunst in Wien zu studieren.

„Es war schwieriger, weil die Erwartungshaltung der Professoren, von denen manche jünger waren als ich, höher war. Ich habe genauso bei null angefangen und hatte es nicht so einfach wie die Jungen“, erklärt der Künstler. Zwischen seinem 20. und 30. Lebensjahr malte Bucher realistische Skizzen und Studien, danach wurden seine Bilder abstrakt. Seine Arbeitsweise war jedoch vor und nach seinem Studium genau die gleiche. Durch die vielen ausländischen Studenten aus allen Teilen der Welt hat er aber neue Erkenntnisse gewonnen.

Die Farben der Natur

Günter Bucher ist der Meinung, dass es als Künstler nur ein Konzept, ein Opus, eine Arbeit gibt. Diese kommt aus dem, was man sieht, erfährt und wahrnimmt, denn ein Künstler nimmt alles wahr, 24 Stunden am Tag. „In meinen ersten Jahren als Künstler habe ich nur Schwarz-weiß gemalt, ich war nicht bereit für Farbe. Dann habe ich mich mit Erdfarben, Sand, Kies auseinandergesetzt. In der Natur muss man die Farben sehen und aufnehmen. Wenn die Natur vollendet ist kann die Kunst erst anfangen. Kunst verändert, kann aber nie vollendet sein“, schwärmt Günter Bucher und erzählt als Beispiel, dass jede Rose im Rosenblatt ein Grün hätte, das perfekt zur Blüte passt oder man bewundere die Farbspektren einer Eidechse oder eines Rosenkäfers. Das wäre die vollendete Natur. Bucher arbeitet am liebsten auf dünnem, bearbeitbarem, haptischem Papier. Seine Farben sind Naturpigmente in Pulverform. Ihn interessieren die Farben des Südens, die Farbeindrücke seiner reisen und die Farben der Menschen anderer Länder. „Ich gehe sehr langsam durch die Natur. Ich merke mir sehr viel. In meinen Bildern gebe ich die Natur anders wieder. Es ist kein Abstraktismus, es ist die Wiedergabe von dem was man im Kopf umwandelt in das fertige künstlerische Werk“, erläutert Günter Bucher. Er nimmt auf, beobachtet, überlegt wie er es auf seine Art bearbeiten kann und dann mache er aus freien Stücken das was er will. „Ein Künstler muss immer neugierig bleiben, denn eine Weiterentwicklung ist nur durch Neugierde möglich. Es wäre nicht zu verhindern gewesen, dass ich Künstler werde. Es ist in mir drin. Man weiß als Künstler, dass man nie fertig ist. Das Ende ist vorgegeben indem man stirbt“, sinniert Günter Bucher.

yas

 

 

 

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