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Bierbrauen will gelernt sein

Bludenz/VN - Herbstzeit ist Bock­bierzeit. Vorarlbergs Brauereien sind dafür gerüstet. Auch die Bludenzer Traditionsbrauerei.

Für Bierfreunde steht seit Langem fest: Kräftiges Bockbier mit vollmundigem Geschmack ist das Festbier für besondere Momente. Kein Wunder also, dass die Biermacher alljährlich im Frühherbst mit Slogans wie „Das ganze Land hat wieder Bock“ das Starkbier der Kundschaft schmackhaft machen wollen. In ganz Vorarlberg wird deshalb auch in den nächsten Tagen und Wochen zu groß angelegten Bockbieranstichen geladen.

Hungrige Mönche als Erfinder

Dass diese Art Bier dem Erfindergeist hungriger Mönche voriger Jahrhunderte zu verdanken ist, scheint allerdings den wenigsten Bockbierfreunden bewusst zu sein: Weil die Klosterbrüder damals strengen Fastenregeln unterworfen waren und über Wochen hinweg ausschließlich „flüssige Nahrung“ zu sich nahmen und dennoch satt werden wollten, verwendeten sie zum Brauen deutlich mehr Malz. Grundsätzlich hat sich daran bis heute wenig geändert, erzählt Michael Schallert, seit elf Jahren Braumeister bei der Brauerei Fohrenburg in Bludenz. Rund 180.000 Flaschen Bockbier verlassen dort jährlich zwischen Frühherbst und Ostern die Rampen der Brauerei. „Bockbier ist ein Traditionsgetränk und rundet unsere Produktionsvielfalt ab“, betont der vierfache Familienvater, der sich als Braumeister „geschmacklich vorwiegend an Bieren böhmischer Brauart“ orientiert.

Traditionelles und Technik

Was brachte den gelernten Ingenieur für Maschinenbau dazu, sich Anfang der Neunzigerjahre voll und ganz der Bierbrauerei zu widmen? „Die Faszination des Bierbrauens ist es, traditionelle Braumethoden mit modernster Technik kombinieren zu können.“

Rohstoffe aus der Region

Darüber hinaus, so der begeisterte Bergsteiger aus Nüziders, sei es „als Brauer noch möglich, das Reinheitsgebot leben zu können“. Welche Eigenschaften zeichnet für den Braumeister ein gutes Bier aus? „Neben dem Verwenden exzellenter Rohstoffe muss ein qualitativ gutes Bier für mich auch Heimat besitzen.“ Und gerade die Bludenzer Traditionsbrauer würden seit jeher im Hinblick auf die verwendeten Rohstoffe auf Regionen wie Österreich und den süddeutschen Raum zurückgreifen, spart der Braumeister im Gespräch freilich auch nicht mit Eigenlob.

Zur Person

Michael Schallert übernahm vor elf Jahren die Funktion des Braumeisters bei der Fohrenburg.

Geboren: 23. Jänner 1964

Familie: verheiratet, vier Kinder

Wohnort: Nüziders

Ausbildung: Volks- und Hauptschule, Absolvent der Höheren Technischen Lehranstalt in Bregenz, Lehre als Brauer und Mälzer, Studium der Brauwissenschaft in München, 1992 Eintritt bei der Fohrenburg und 1999 Übernahme der Braumeisterfunktion

Lebensmotto: „Net lugg lo“

Lieblingsspeise: „Die Küche meiner Frau“

Hobbys: Bergsteigen und Biergarten

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