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Bier, Chips und Fußball

Lustenau - EURO 2008: Die einen hecheln dem Ball auf dem Feld hinterher, andere schieben vor dem Fernseher eine ruhige Kugel. Und um die sorgen sich Ernährungsfachleute schon jetzt.

Chips und Bier als Standardmenü zu jedem Match: Fußballfans gehen im wahrsten Sinne des Wortes schweren Zeiten entgegen. Wenn sie sich nicht zumindest ein bisschen am Riemen reißen. Das meint auch Mag. Eva Wildauer. Gleichwohl kennt sie die Schwierigkeit, gute Ratschläge an den Mann zu bringen. Gerade beim Fußball. Andererseits will die Ernährungswissenschafterin keine Spielverderberin sein. Denn es funktioniert auch ohne Brechstange. Zum Beispiel so: „Zwischen jedem Bier ein Glas Wasser trinken. Das sättigt, löscht den Durst und macht automatisch ein bis zwei Flaschen weniger.“

Seit Jänner arbeitet die Lustenauerin beim Sportservice des Landes. Dort ist sie mit dem Aufbau einer Stelle für Sport und Ernährung betraut. Hier sollen Spitzensportler ebenso fachkundige Informationen erhalten wie Freizeitathleten. „Der Bedarf an Beratung in diesem Bereich ist gegeben“, hat Eva Wildauer in der kurzen Zeit ihrer Tätigkeit festgestellt. „Auch bei den Männern“, ergänzt sie mit ernster Miene. Als aktive Volleyballerin weiß sie um den Wert einer guten Ernährung kombiniert mit dem richtigen Maß an Bewegung. „Die gehört unbedingt dazu“, betont Wildauer. Dann kann man sich auch ein paar kulinarische Schwächen leisten. Sie selbst liebt bunte Sportgummis. Reine Zuckerbomben. Im Kühlschrank steht eine große Plastikdose. „Sie waren gerade im Angebot“, sagt die junge Frau mit dem wohlgeformten Körper. Auch Reiswaffeln mit Schokoüberzug sind stets vorrätig. Von Geboten und Verboten hält Eva Wildauer nämlich wenig. Dafür isst und kocht sie selbst viel zu gerne. „Es kommt, wie überall, auf die Dosis an“, meint sie mit jugendlicher Lockerheit.

Fünf Jahre Studium in Wien. Dann kehrte die amtierende Beachvolleyball-Landesmeisterin zurück in die Heimat, wo sie einen Job fand, bei dem sie gelerntes und sportliches Wissen einbringen kann. In dieser Funktion hat Eva Wildauer viel mit jungen Männern zu tun. „Die zeigen Interesse an der Thematik“, bestätigt sie. Schließlich hängt Leistungsfähigkeit zu einem hohen Anteil von der richtigen Ernährung ab. Am Spielfeldrand kommt die jedoch oft zu kurz. Wild­auer denkt da speziell an die Kantinen der Fußballvereine. „Klar gehen viele wegen der Grillwurst zum Match.“ Aber mit ein bisschen gutem Willen, meint sie, könnten gesündere Alternativen angeboten werden. Eine Aufgabe, sie sie ebenfalls angehen möchte.

Und was tun, damit nach der EURO 2008 nur der Ball und nicht auch der Bauch rund ist? Müsli und Joghurt kommen nicht gut an beim Fußballfan. Eva Wildauer weiß das. Aber Grissini oder Soletti statt Chips, das wäre etwas. Noch besser würden sich Gemüsesticks zwischendurch machen. „Wenn man sie den Männern schön angerichtet hinstellt, greifen sie schon zu.“ Es ist ein Appell an die Fußballerfrauen.

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