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BH-Mord jährt sich zum ersten Mal

Soner Ö. wurde im Jänner verurteilt
Soner Ö. wurde im Jänner verurteilt ©VOL.AT
Die tödliche Bluttat an der Bezirkshauptmannshaft Dornbirn jährt sich am Donnerstag zum ersten Mal. Der Täter wurde vor zwei Wochen verurteilt.
BH-Mord: Lebenslange Haft für Täter
Die Akte Soner Ö: Die Hintergründe
Prozess am Landesgericht Feldkirch

Am 6. Februar 2019 marschierte Soner Ö. in die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn und ersticht den Leiter der Sozialabteilung. Eine Tat, die nicht nur bei den Angehörigen und Arbeitskollegen des Opfers große Trauer hinterlässt. Sie sorgte über die Landesgrenzen hinaus für Diskussionen.

Der 35-jährige Asylwerber Soner Ö. ist am 22.Jänner am Landesgericht Feldkirch wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Dass er den Sozialamtsleiter im Februar 2019 getötet hatte, gab Ö. zu, es habe sich aber um einen "Unfall" gehandelt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Zur Tat

Der 35-jährige, in Vorarlberg aufgewachsene Türke und der Sozialamtsleiter hatten eine lange gemeinsame Geschichte. Sie trafen erstmals aufeinander, als Ö. zwölf Jahre alt und der 49-Jährige Fremdenpolizist war. Ö. konsumierte schon in seiner frühen Jugend Alkohol und Drogen (ab 14 Jahren). Nach Cannabis nahm der Angeklagte auch Heroin, Kokain und Ecstasy zu sich. Parallel entwickelte sich die kriminelle Karriere des 35-Jährigen. 1998, 1999 und 2002 wurde dem damals jugendlichen Ö. die Abschiebung angedroht, sollte er sich künftig nicht an die österreichischen Gesetze halten. 2009 schließlich - nach 15 Verurteilungen überwiegend wegen Eigentums- und Drogendelikten - wurde die Abschiebung vollzogen. Sie wurde vom späteren Opfer, dem Sozialamtsleiter, verfügt. In der Türkei arbeitete Ö. eigenen Angaben zufolge auf dem Bau und zog als Scharfschütze in den Krieg gegen den IS.

Illegal nach Österreich eingereist

Als Ö. Anfang 2019 illegal nach Österreich einreiste, wegen seiner Kriegsvergangenheit um Asyl und um Mittel aus der Grundversorgung ansuchte, traf er wieder auf den 49-Jährigen, nun in seiner Funktion als Leiter der Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft Dornbirn. Der 35-Jährige wurde am 23. Jänner in die Grundversorgung in Vorarlberg aufgenommen, Zahlungen konnten aber erst nach einem entsprechenden Ansuchen erfolgen. Ö. musste entsprechende Unterlagen beibringen und wurde seinen Angaben zufolge wochenlang "hin und her" geschickt. Er wurde immer wieder und auch mehrmals täglich bei der Bezirkshauptmannschaft vorstellig. Am Nachmittag des 6. Februar schließlich eskalierten die Emotionen. Nachdem Ö. gegen 14.00 Uhr die letzten Unterlagen eingereicht und noch einmal mit dem Sozialamtsleiter gesprochen und ihn als "Idiot" beschimpft hatte, verließ er die Bezirkshauptmannschaft. Ihm war zugesichert worden, das Geld am nächsten Tag auf seinem Konto zu haben. Anschließend trank er zwei Bier - dem Gutachten der Toxikologin Marion Pavlic zufolge waren es angesichts seiner Alkoholisierung von etwas über einem Promille zur Tatzeit wohl eher vier - und kehrte etwa eine Stunde später zur Behörde zurück, um noch einmal mit dem Sozialamtsleiter "von Mensch zu Mensch" zu sprechen.

Opfer verblutete

Ö.'s Schilderung zufolge habe der 49-Jährige bei seinem Anblick aber "Du Arschloch, bist du schon wieder da?" gerufen, woraufhin er ausgerastet sei. Er stürmte auf den Mann los, zog ein Küchenmesser aus dem Hosenbund und stach auf den Sozialamtsleiter ein. Der erste Stich wurde laut Gerichtsmediziner Walter Rabl mit "exzessiver Wucht" ausgeführt, dieser durchschlug das Brustbein, verletzte die Aorta und auch die Lunge. Der Sozialamtsleiter verlor nach maximal zwei Minuten das Bewusstsein und verblutete.

(red/APA)

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