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Bezahlbares Wohnen am Sonnenhang

©Wolfgang Schlocker
Dass leistbares Wohnen in bester Lage auch in Vorarlberg durchaus möglich ist, führen ARSP Architekten mit ihrer Wohnanlage WAH in Nüziders eindrucksvoll vor.
Bezahlbares Wohnen am Sonnenhang

Ich habe ewig eine Wohnung gesucht und diese ist der absolute Hammer“, schwärmt Michael von Delft von seinem 77-Quadratmeter-Penthouse, in das er soeben einzieht. Im Gegensatz zu vielen anderen Wohnungen, die er sich angeschaut hat, stimme in dieser kleinen feinen Wohnanlage das Preis-Leistungs-Verhältnis, die Architektur, die Ausstattung, die Lage, das Ambiente, einfach alles. Was Frank Stasi, Partner des Dornbirner Büros ARSP Architekten, natürlich gern hört. Ist die Aussage dieses begeisterten Mieters für ihn doch der beste Beleg dafür, dass sein Konzept und das von Bauherrin Angelika Haueis aufgegangen ist. Nämlich leistbares Mieten in guter Lage möglich zu machen. Sie hatten sich vorgenommen: Wohnqualität statt Einheitsbrei, Freiräume statt Flächenverbrauch, Intelligenz statt Technologie, Treppe statt Lift, Carport statt Tiefgarage. Und das in einem klassischen Anlegerprojekt. Gehören doch die Hälfte der Wohnungen der Bauherrin, die anderen wurden verkauft, alle sind vermietet.

Die mögliche Dichte komplett ausschöpfend, umfasst die am dicht bebauten Sonnenhang von Nüziders auf einem nur 818 Quadratmeter großen Grundstück angelegte Anlage sechs Einheiten zwischen 53 und 90 Quadratmetern. Gebaut auf drei Ebenen rund um einen durch alle Ebenen durchgehenden betonierten Funktionskern. Aus Stahlbeton sind auch die Böden und Decken, während die Außenwände aus gedämmten Ziegeln konventionell gemauert und deshalb ohne zusätzliche Wärmedämmung direkt hellgrau verputzt sind.

Unverwechselbaren Charakter bekommen die Fassaden durch große Balkone, die wie mächtige braunschwarze Körbe an diese gehängt sind. Und zwar so raffiniert versetzt, dass sie viel mehr als nur angenehme Freiräume für die Bewohner sind, sondern der Architektur einen unverwechselbaren baukünstlerischen Mehrwert verpassen.

Der Verzicht auf jeden unnötigen Kostentreiber war ARSP sehr wichtig. Weshalb es etwa keine Tiefgarage gibt, dafür sechs Carports plus zwei Abstellplätze. Betreten wird die an einem sanft ansteigenden Hang liegende Wohnanlage durch einen in die Architektur hineingeschnittenen geschützten Eingang in der mittleren Etage. Das von oben durch ein in das flache Dach hineingeschnittene große Fenster angenehm lichte Stiegenhaus ist aus Sichtbeton ebenso wie die Treppen in das Penthouse- bzw. Gartengeschoß. Lift gibt es ganz bewusst keinen und auch die Gärten, die den zwei kleinen Wohnungen ganz unten vorgelagert sind, sind winzig.

In einer dieser Zweizimmerwohnungen wohnt seit einem Monat Nathalie Humpl. Sie fühle sich hier pudelwohl, strahlt die junge Frau, und räkelt sich in ihrem Sonnenstuhl. Die Wohnung ist hell, der Grundriss funktional. Angelegt rund um den zentralen Funktionskern, in dessen Inneren das großzügige, weiß verfließte Bad und das WC liegen sowie die Installationen für den Küchenblock untergebracht sind.

Um einen loftartigen Charakter möglich zu machen, sind die Grundrisse offen. Was besonders den zwei Penthouse-Wohnungen Großzügigkeit verleiht. Wie der von Michael von Delft, der den zentralen großen Wohn-Ess-Raum wunderbar findet genauso wie die Ausblicke von den zwei Balkonen. Die Schesaplana haben die zukünftigen Bewohner des noch freien zweiten Penthouses von der teilweise in das Haus hineingezogenen 15 Quadratmeter großen holzbeplankten Loggia aus im Blick. Die Böden dieser Wohnung sind schwellenlos mit weiß geöltem Eichenparkett belegt. Die Wände sind weiß, die Rahmen der raumhohen „französischen“ Holzfenster grau, die Holztüren schwarzbraun. Korrespondierend zur Farbe der metallenen Staketengeländer der Balkone und der Handläufe im Stiegenhaus.

Wichtig war es dem Architekten, auf die Wünsche der Bauherrin bzw. der potenziellen Bewohner zu reagieren. Etwa das Nicht-Verputzen der aus roten Ziegeln gebauten Außenwände im Inneren, was diesem ein ganz eigenes Flair verleiht. Es gibt einen gemeinsamen Trockenraum und zu jeder Wohnung ein kleines Kellerabteil. Beheizt wird die Wohnanlage mit Gas, die Warmwasseraufbereitung unterstützt eine Solaranlage am Dach.

Daten & Fakten

Objekt Wohnanlage WAH, Nüziders
Eigentümer/Bauherr Angelika und Martin Haueis
Architektur ARSP Architekten Rüf Stasi Partner, Dornbirn, www.arsp.cc
Statik Mader & Flatz, Bregenz
Fachplaner: Bauphysik: BDT-Bau Dämm Technik, Frastanz; Elektroplanung: Elektro Steiner, Nüziders, Feldkirch; Landschaftsarchitektur: ARSP, Dornbirn
Planung 5/2013–7/2015
Ausführung 5/2015–6/2016
Grundstücksgröße 818 m²
Wohnnutzfläche 441 m²
Bauweise: Massivbauweise: Treppenhauskern und Geschoßdecken aus Stahlbeton; Außenwände aus 36,5 cm starken, hochdämmendem, isolierten Hochlochziegeln, direkt verputzt mit armiertem Grundputz und Deckputz mit Besenstrichoberfläche; Warmdach mit Bitumendacheindeckung; Solarthermie; Balkone auskragend mit vorgehängter, leichter Stahlkonstruktion; lasierte Holzfenster, hochwertiges Parkett
Besonderheiten Teilweise sichtbar belassene Ziegelwände innen
Ausführung: Baumeister: A.S.T, Feldkirch; Stahlbau: Rudigier, Bludenz; Verputzer: Swietelsky, Landeck; Bautischler: Jäger Bautischlerei, Schruns; Brandschutztüren: Amann, Götzis; Zimmerer: Fetz, Egg; Fenster: Tiefenthaler, Ludesch; Estrich: Vigl & Strolz, Schoppernau; Böden: Burtscher, Nüziders; Heizung/Lüftung: Kuster, Schruns; Elektro: Steiner, Nüziders
Energiekennwert 37 kWh/m² im Jahr (Heizwärmebedarf)

Leben & Wohnen – Immobilienbeilage der VN

Für den Inhalt verantwortlich:
vai Vorarlberger Architektur Institut
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