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Bewaffnete Flotte vor Fußach

Dr. Harald Bösch, Obmann des Dorfgeschichtevereines, mit dem ersten Ehrenmitglied Harald Kuster.
Dr. Harald Bösch, Obmann des Dorfgeschichtevereines, mit dem ersten Ehrenmitglied Harald Kuster. ©A. J. Kopf
Das Schützenwesen in der Gemeinde stand im Mittelpunkt der Jahreshauptversammlung des Fußacher Dorfgeschichtevereins. Anno 1799 war auf dem See sogar eine bewaffnete Flotte unterwegs. Der Dorfgeschichteverein ernannte Harald Kuster bei der Versammlung zum ersten Ehrenmitglied.
Vortrag zum Schützenwesen

 

Die Familiengeschichte der Schneider führte Friedrich Schneider auf die Spur des Schützenwesens in der Gemeinde Fußach. Er berichtete am Freitag, den 23. November, im Pfarrsaal von den bisherigen Ergebnissen. Das „Schiffle“, das Vater und Großvater geführt hatten, war einst der „Schützen“ gewesen, mit dem zugehörenden Schießstand. Danach war der Schießstand der Gemeinde im Bereich des alten Sportplatzes situiert. Von der Zieleinrichtung gibt es gerade noch einen Betonbrocken, das Schützenhaus hingegen dient heute als Lagerschuppen.

Wie in anderen Gemeinden auch waren die Fußacher einst angehalten,  sich zum Zwecke der Landesverteidigung im Schießen zu üben. Deshalb wurde der Schießstand noch anno 1914 renoviert und erweitert. Dass das Schützenwesen im Rheindelta längere Tradition hat, das zeigt die Schützenordnung von Höchst-St. Johann und Fußach aus dem Jahre 1719. Die Gemeinde Fußach war erst 1772 selbständig geworden.

Bewaffnete Flotte 1799

Ihren letzten Einsatz hatten die Standschützen aus Fußach im 1. Weltkrieg an der Front in Italien. Davon berichtete Peter Tschernegg aus Dornbirn. Die Fußacher waren dem Bataillon Dornbirn zugeteilt. Die Kämpfe an der Südfront waren verlustreich, Kälte und Lawinen kosteten oft mehr Leben als Beschuss durch den Gegner. Peter Tschernegg erinnerte auch an die Bodenseeflotte von 1799. Sie sollte damals verhindern, dass die Franzosen über den See ins Land eindrangen. Zwei der mit Bordkanonen und Scharfschützen bewaffneten Lastensegler (Lädinen) wurden damals von Fußachern gestellt.

Nach dem Vortrag ging die Bitte an die Fußacher, daheim nach Hinweisen auf Standschützen aus der Familie zu forschen. Der Dorfgeschichteverein ist froh, wenn er vorhandene Unterlagen kopieren darf.

Ehrenmitglied ernannt

Höhepunkt der Generalversammlung war schließlich die einstimmig beschlossene Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Harald Kuster, Jahrgang 1934. Er hatte seit der Gründung des Vereins vor beinahe 13 Jahren im Vorstand gewirkt, bis er aus Altersgründen in die 2. Reihe zurücktrat. Obmann Dr. Harald Bösch bedankte sich beim ersten Ehrenmitglied für den großen Einsatz und übergab eine Urkunde und ein Geschenk.

 

Obmann Dr. Bösch konnte auch berichten, dass die Vorbereitungen zum 2. Band des Fußacher Heimatbuches angelaufen sind. Band 1 war 2009 erschienen und hatte große Zustimmung erfahren. Unter anderem soll Band 2 die Geschichte der Gasthäuser im Ort enthalten und ebenso an das Schützenwesen erinnern.

Im Anschluss an die Versammlung wurde zu einem Umtrunk geladen.

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