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Bewährung und Prävention im Fokus

Alexander Wachter
Alexander Wachter ©Christof Egle
 Ex-Polizist Alexander Wachter ist nun Bewährungshelfer und gibt Kurse zum richtigen Umgang mit Handy und Co.
Alexander Wachter

 

Altach. Eigentlich war die berufliche Laufbahn von Alexander Wachter vorgezeichnet: Bereits sein Vater war bei der Gendarmerie und so trat er dann nach der Schule in dessen Fußstapfen. Nach der Ausbildung versah er ganz klassisch seinen Dienst als Streifenpolizist. Doch bald merkte Wachter, dass ihm diese Arbeit auf Dauer vielleicht etwas zu wenig sein könnte und nutzte die Chance zu einem Wechsel in das Landeskriminalamt. Dort arbeitete er im Bereich der Informationstechnologie und digitaler Forensik – vereinfacht gesagt beschäftigte er sich mit dem großen Feld der Computer – und Internetkriminalität. Schließlich wechselte er in den Bereich der Sexualdelikte und hatte dort dann mit vorwiegend schweren Straftaten zu tun. Parallel absolvierte Wachter das Studium der „Sozialen Arbeit“ an der FH Dornbirn und unterrichtete schließlich an der Polizeischule. Mit Ende März dieses Jahres, hängte er aber seine Polizeidienstmütze endgültig an den Haken und wechselte die Seiten. Seit 1. April ist er als Bewährungshelfer beim Verein Neustart tätig. Ab sofort gilt es also nicht mehr die „schweren Jungs“ zu erwischen, sondern sie nach verbüßter Haftstrafe – oder meist währenddessen – auf deren Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorzubereiten. Insofern betrachtet der dreifache Familienvater – der während seiner polizeilichen Dienstzeit so manche menschliche Grausamkeit mitbekommen musste – die Arbeit mit den Tätern für ebenso wichtig, wie jene mit den Opfern: „Ich habe immer schon versucht Tat und Person zu trennen, vielleicht hatte ich gerade darum eigentlich meist einen guten und offenen Zugang ihnen. Dieser Umstand hilft mir nun in meiner neuen Tätigkeit“, erläutert Wachter seine Strategie. Für seine Arbeit im Verein Neustart – der ursprünglich aus der Bewährungshilfe für Jugendliche hervorgegangen ist – eine ideale Grundvoraussetzung. Es brauche Androhung, Strafe und strikte Regeln, aber gerade bei der Bewährung greife dies allein zu kurz, man müsse reuigen, einsichtigen Menschen darüber hinaus auch eine Perspektive bieten.

Neben dieser beruflichen Tätigkeit beschäftigt sich der 41-jähriger aber in einer ganz anderen Präventionsarbeit. Er vermittelt in Kursen Kinder, Jugendlichen, aber auch vor allem Eltern und Vereinen den richtigen Umgang mit Computer, Handy, sozialen Medien. Was kann man präventiv tun und was, wenn es zu einem Vorfall gekommen ist. Gerade bei Kindern setzt Wachter auf einen Drei-Punkte-Plan für unsichere Eltern: Kontrolle, Empathie und Wissen lauten die Eckpfeiler. Derzeit bekommen Kinder eigentlich meist nach der Volksschule ihr erstes Smartphone brauchen da aber klare Vorgaben seitens der Eltern: „Sie lassen ihr Kind ja auch nicht am ersten Kindergartentag mit einem Ortsplan von zu Hause weg, sondern sie begleiten es in seinen Schritte in die neue Welt – genau diesen Zugang braucht es auch bei einem Handy“, zieht Wachter einen plakativen Vergleich. Dazu müssen Eltern – meist als sogenannte „digital immigrants“ – versuchen die Welt ihrer Kinder – in dem Fall „digital natives“ – zu verstehen. Im gegenseitigen Vertrauensverhältnis soll die digitale Umgebung zusammen erforscht werden. Nur über diesen Zugang ist es dem Nachwuchs möglich sich den Eltern gegenüber zu öffnen, wenn es später einmal zu Mobbing zwischen Gleichaltrigen, oder etwa gar sexueller Erpressung von Tätern im Netz kommt. Ein vernünftiger, gesteuerter Umgang mit dem digitalen Konsum ist laut Wachter unumgänglich, das Wegnehmen des Handys dafür weniger zielführend: „Die Jugend besorgen sich oft sofort ein neues Gerät, ohne das es die Eltern mitbekommen – jegliches Vertrauen ist damit auch dahin.“ Für die Kinder und Jugendlichen gibt Wachter als Anleitung für die soziale Medien übrigens einen ganz einfachen Satz mit auf den Weg: „Was möchtest du, was über dich im Internet steht und was nicht.“ Ein Ansatz den sich gerne auch jeder Erwachsene zum Vorbild nehmen kann. CEG

Alexander Wachter

1.11. 1979

Wohnt in Altach, aufgewachsen in Götzis

Verheiratet, 3 Töchter

Studium Soziale Arbeit FH Dornbirn

20 Jahre Polizist, seit 1.4. Bewährungshelfer beim Verein Neustart

Gibt Kurse für Kinder, Eltern, Vereine etc. zum richtigen Umgang von Handy, Internet, Soziale Medien

Hobbies: Familie, Hund, Computerspiele

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