„Betreten der Baustelle nur für Kinder“

Beim kunterbunten Baumhaus an der Bürglegasse gilt der Zutritt nur für Kinder.
Beim kunterbunten Baumhaus an der Bürglegasse gilt der Zutritt nur für Kinder. ©Edith Hämmerle
Kunterbuntes Baumhaus an der Bürglegasse entstand in Etappen.
Kunterbuntes Baumhaus

Dornbirn. Vor drei Jahren hat es klein begonnen, das Baumhaus an der Bürglegasse im Hatlerdorf. Grund und Boden für den Bau haben Oma Annemarie und Opa Bruno gerne abgetreten. Als dann der Nachbar seinen schon in die Jahre gekommenen Stadel abgerissen hatte, gab es genug Holz für das Haus. Für die drei jungen Baumeister, Simon (11), Konrad (10) und Valentin (9), war das ein gegebener Anlass, ihr Baumhaus zu vergrößern. Endlich hatten sie genügend Material für ihr Bauvorhaben. „Wir bekamen ganz viele und dicke Bretter“, sagt Valentin und zeigt eines davon. Er war es dann auch, der den Bretterboden in Küche und Bad verlegte. Für den Rest des Hauses war Simon als Bodenleger am Werk. Rosa ist mit vier Jahren die Jüngste im Bunde. Doch sie war bei den Baumeistern sehr gefragt, denn sie bediente sie mit Handlangerarbeiten. Wenn der Hammer aus der hintersten Ecke benötigt wurde, oder noch ein paar Schrauben fehlten, dann war es Rosa, die die nötigen Utensilien beschaffte. Etwas später, bei der Inneneinrichtung, kam Emma (12), als Älteste zur Truppe. Sie nähte die Vorhänge für das schmucke Haus. Dafür kamen ihr Papas ausgetragene Hemden gerade recht. Der Schlafraum im oberen Stock soll schließlich nicht einsehbar sein.

Bau in Etappen

Das Baumhaus wuchs und wuchs, in die Länge und in die Höhe. Es wurde immer bunter und bekam den Namen „Kunterbunt“. „Es ist zwölf Meter lang und vier Meter hoch“, berichtet Simon, der es mit dem Meterstab genau nahm. Damit das Haus Wind und Wetter standhält, und auch das Thema mit der Statik, überließ das Bauteam Opa Bruno, der in diesem Metier bewandert ist. Nur einmal hatte er einen Einwand, als sich die Baumeister mit Ausgraben an ein Untergeschoss machen wollten. „Nicht in die Tiefe, mahnte der Opa, „ihr müsst in die Höhe bauen.“ So entstand das zweite Stockwerk. „Die Corona-Zeit und die Sommerferien wurden zum Werkeln und Bauen genutzt, es gab keine Langeweile“, erzählt Mama Franziska, die den Bautrupp regelmäßig mit Getränken oder einer kleinen Jause versorgte.

Fließendes Wasser

„Konrads Wünsche an Weihnachten und zum Geburtstag waren entweder Kabel oder Schläuche, einfach alles fürs Baumhaus“, lacht die Dreifach-Mama, und außerdem sei sie ihren Schwiegereltern sehr dankbar für die Toleranz, wenn es manchmal ziemlich laut ums Haus zuging. Apropos Küche und Bad: Konrad macht die Tür weit auf und zeigt das Waschbecken mit Wasserhahn, fließendes Wasser ist selbstverständlich, das kommt aus einem Tank, und so funktioniert auch die Dusche. Zuletzt kam noch ein überdachter Anbau dazu mit einer Bar mit Sitzgelegenheit. „Da schmeckt die Limo oder ein Eis besonders gut“, weiß Emma, „und oben, auf dem Balkon, ist es sehr gemütlich und schön, mit Aussicht auf den Karren.“ Fertig ist „Kunterbunt“ wahrscheinlich noch lange nicht, irgendetwas gibt es immer zu erneuern oder zu ersetzen. EH

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