Besuch einer Stadt im Jubiläumsjahr

Die VHS Hohenems zu Besuch in der Stadt Feldkirch, die ihr 800 Jahr Jubiläum feiert
Die VHS Hohenems zu Besuch in der Stadt Feldkirch, die ihr 800 Jahr Jubiläum feiert ©Bernhard Tost
Die VHS Hohenems begab sich auf Exkursion in die älteste Stadt Vorarlbergs.
VHS Hohenems zu Besuch in der Montfortstadt

Hohenems / Feldkirch. Nur der Geist der Geschichte vergisst nicht und erzählt jedem vom verblichenen Glanz. Um 1200 gründet Graf Hugo I. von Montfort die Stadt mit 50 Hofstätten die 1218 als Veldkirchia erstmals urkundlich erwähnt wird. Gespannt lauschten die Besucher den Ausführungen des „Grafen“ Harald (Harald Pfanner) der mit Fachwissen, Witz und Charme durch die Altstadt führte. Auftakt des Rundgangs durch die Gassen des mittelalterlichen Sitzes der Grafen von Montfort war der Dom St. Nikolaus. Der erstmals 1287 genannte ehemals romanische Bau wurde auf Grund verschiedener Stadtbrände 1478 von Meister Hans Sturn im spätgotischen Stil neu errichtet. Der Sakralbau beherbergt etliche Kunstschätze. Beeindruckend sind die Glasfenster von Martin Häusle, die den Innenraum je nach Lichteinfall in ein faszinierendes Licht tauchen.

Churer – oder Salz Tor

Der Katzenturm ist das eindrucksvollste Symbol der ehemaligen Stadtbefestigung. Zwischen 1491 und 1507 ließ ihn Kaiser Maximilian I. neu errichten. Der Name leitet sich von den Kanonen (Katzen) ab, die in diesem Turm aufbewahrt wurden. Der sechsgeschossige Tor-Turm wurde gegen Ende des 14. Jahrhunderts erneuert. Der Transithandel mit Salz ging hier durch das Churertor in die Schweiz. Der Fluß Ill war jahrhundertelang Stadtgrenze.

Johanneskirche

Ziemlich unscheinbar fügt sich die Johanniterkirche in die Häuserzeilen der Feldkircher Marktgasse ein. Der ursprüngliche Bau wurde 1218 vom Grafen Hugo von Montfort für die bis 1610 bestandene Kommende des Johanniterordens gegründet. Was heute die Marktgasse abschließt, sind die Reste des einstigen Kapitelsaales. Der Turm erhielt bei Renovierungen 1879/84 seine heutige Form. Am Dachgiebel befindet sich eine Ritterfigur, „Bläsi“ genannt, die seit 1510 mit Hammerschlägen auf eine Glocke die Uhrzeit angibt. Ein Fresko von Florus Scheel an der Giebelfassade aus dem Jahre 1927 stellt die Predigt des Hl. Johannes des Täufers dar.

Handel und Bildung

„Zwei Dinge sind es, die in der Historie der Stadt fast immer eine bedeutende Rolle gespielt haben: der Handel und die Bildung“, hebt der Experte hervor. Und beides wurde durch die geografische Lage der Siedlung begünstigt. Damals, im Jahr 1218, stand die Schattenburg, die auf der Erhebung nahe der Illschlucht thront, jedoch noch nicht. Neuesten Erkenntnissen zufolge wurde das Bauwerk erst um das Jahr 1260 fertig gestellt. Zu diesem Zeitpunkt dürfte Hugo I. bereits tot gewesen sein. Dennoch entwickelte sich Feldkirch unter seinen Nachfolgern ebenso prächtig. Daran änderte sich auch nichts, als Rudolf V. von Montfort im Jahr 1375 beschloss, seine Herrschaft an die Habsburger zu verkaufen. Im Jahr 1390 starb der Graf schließlich. In dieser Zeit dürfte in der Stadt auch die erste Lateinschule entstanden sein. Die frühe Entstehung dieser Schule dürfte die Entwicklung Feldkirchs zur Bildungsstadt wohl begünstigt haben. Zu den bedeutendsten Gelehrten zählt sicher der 1514 geborene Georg Joachim Rheticus. Doch der Mathematiker, Astronom und Mediziner war nicht der einzige Feldkircher, der einen wichtigen Beitrag im Bereich der Bildung, Wissenschaft und Forschung leistete. Auch Hieronymus Münzer Bartholomäus Bernhardi, ein Mitstreiter Martin Luthers, und noch viele andere kamen ebenso aus der Herrschaft Feldkirch. Pikantes Detail am Rande: Auch die Emser Grafen residierten, wenn auch nur kurzzeitig in Feldkirch. (BET)

 

 

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