Best- und Worst-Case-Szenario: Fridays for Future inszenieren Landtagssitzung

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Wie könnten eine Landtagssitzung 2030 aussehen? Fridays for Future zeigt auf, dass die Entscheidungen, die jetzt fallen, die Zukunft bestimmen.
Landtagssitzungen 2030
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Am Freitag vor einer Woche haben 16 zivilgesellschaftliche Organisationen Forderungen zur Mobilität in Vorarlberg an den Landtag übergeben, darunter auch Fridays for Future und Partents for Future Vorarlberg. Die Organisationen verlangen einen sofortigen Stopp der fossilen Großprojekte S18 und Tunnelspinne sowie ein klimataugliches Mobilitätskonzept nach den Pariser Klimazielen.

Zwei kurze Theaterstücke

Wie wichtig die Umsetzung dieser Forderungen ist, betonten Fridays for Future Vorarlberg gemeinsam mit den Parents for Future Vorarlberg mit einer kreativen Aktion. In zwei kurzen Theaterstücken griffen sie die Frage auf - "Wie könnten Landtagssitzungen 2030 aussehen, wenn die Forderungen jetzt umgesetzt werden und wie, wenn weitergemacht wird wie bisher?" Dazu meint die Klimaaktivistin Sophia Hagleitner (16): "Wie unsere Zukunft aussieht, liegt an den Entscheidungen, die unsere Landtagspolitiker heute treffen. Die Politiker von heute können Richtungsgeber sein - machen wir weiter wie bisher oder hören wir auf die Wissenschaft und die Zivilbevölkerung und treffen ernsthafte Maßnahmen für eine lebenswerte Zukunft?"

Die Aktivisten inszenierten zwei Landtagssitzungen. Bild: VOL.AT/Mayer

Landtagssitzung 2030 - ohne Klimaschutz

Die erste Sitzung des Jahres 2030 wird vom Vorsitzenden eröffnet und die anwesenden Politiker zu einem Rückblick eingeladen. Ein Politiker meint etwa: "Wisst ihr noch, wie wir damals S18 und Tunnelspinne gebaut haben und ernsthaft dachten, sie würden Entlastung bringen?" Ein Politiker spricht die Auswirkungen der Klimakrise an: "Wart ihr im Montafon und habt die Gletscher gesehen? Ich auch nicht, weil es da nichts mehr zu sehen gibt. Letztes Jahr gab es einen Waldbrand im Ländle. Einen Waldbrand! Wir haben damals geglaubt, wir können noch warten." "Wir haben uns darauf hinausgeredet, dass ja alle anderen auch zu wenig machen, genauso wie sich alle anderen auch darauf hinausgeredet haben. Heute weiß ich: Wir hätten mutig vorangehen müssen", legt ein weiterer Politiker nach. Alles in allem ergibt sich ein Rückblick, der erschüttert. Denn eine solche Entwicklung scheint derzeit wahrscheinlich.

Landtagssitzung 2030 - mit und ohne Klimaschutz. Bild: VOL.AT/Mayer

Landtagssitzung 2030 - mit Klimaschutz

Diese Landtagssitzung ist mit der vorherigen kaum vergleichbar. Die erste Wortmeldung beginnt mit: "Ich bin stolz, in den letzten 10 Jahren Teil dieses Landtags gewesen zu sein. Ich bin stolz darauf, meinen Enkeln von unserer Arbeit erzählen zu können." Eine Politikerin meint "2022 war das Jahr der Wende. Unser berühmtes klimataugliches Mobilitätskonzept war der erste mutige Schritt. Vor drei Monaten haben wir Klimaneutralität erreicht." Ergänzend meint ein Politiker: "Wir gelten weltweit als Modellregion für Paris-konformen Klimaschutz. Entscheidungstragende aus aller Welt wollen unsere Konzepte studieren und übernehmen." Diese zweite Landtagssitzung hinterlässt einen ganz anderen Eindruck, die Hoffnung der Aktivisten auf eine solche Entwicklung ist spürbar. "Beide Möglichkeiten bestehen", betont die Parents for Future Aktivistin Ulla Birnbaumer (66): "Es kommt auf die Entscheidungen von heute an, und darauf, wie ernst die Forderungen der Zivilgesellschaft und Wissenschaft genommen werden."

Die Aktivisten schlüpften in die Rolle der Abgeordneten. Bild: VOL.AT/Mayer

"Alle Wege sind offen"

Was nun mit den Forderungen tatsächlich passiert, ist noch unbekannt. Die Organisationen erhalten darüber jedoch innerhalb von drei Monaten Auskunft. "Es ist alles offen. Sie könnten eins zu eins umgesetzt oder mit einer höflichen Antwort abgewehrt werden. Es geht um verdammt viel -  um den Weg in eine lebenswerte Zukunft oder in eine Zukunft der ungebremsten Klimakrise. Diese Forderungen dürfen nicht einfach in einer Schublade verschwinden. Wir erwarten die Antwort des Landtags und werden dementsprechend reagieren", kündigt Klimaaktivist Johannes Hartmann (25) an. Auch in den nächsten Wochen werden weitere Aktionen und Presseaussendungen der verschiedenen Organisationen stattfinden, um die Wichtigkeit der Forderungen zu unterstreichen.

Was passieren könnte

Diese Darstellungen von "Climate Central" zeigen, was passieren könnte, wenn der CO2-Ausstoß nicht drastisch gesenkt wird. Durch die Klimaerwärmung könnte der Meeresspiegel ansteigen. Wenn jetzt gehandelt wird, könnten die Auswirkungen noch etwas abgebremst werden.

(VOL.AT)

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