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Besorgniserregende Entwicklung

Jürgen Marcabruni
Jürgen Marcabruni
Vermittlung von langzeitarbeitslosen Personen sank um die Hälfte.
Arbeitslosigkeit

Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen, die an fixe Arbeitsplätze vermittelt wurden, sank im Jahr 2009 um fast die Hälfte auf 25 Prozent. So lautet das nüchterne Resümee des Verbandes der Vorarlberger Arbeitsprojekte. Gefordert sind nun langfristige Maßnahmen. Auch für das Jahr 2010 sind die Prognosen pessimistisch.

Seit Monaten steigt die Arbeitslosigkeit in Vorarlberg. Im Oktober nahm die Anzahl der Jobsuchenden um 33,3 Prozent zu. Das bedeutet den zweithöchsten Anstieg in ganz Österreich. Auch für den Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte brachte das schwierige Wirtschaftsjahr 2009 eine besorgniserregende Entwicklung: Lag bis Ende 2008 die Vermittlungsquote bei durchschnittlich etwa 40 Prozent, wurden im Jahr 2009 gerade 25 Prozent der langzeitarbeitslosen Menschen wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert. Die Vermittlungstendenz ist weiterhin sinkend: „Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und somit auch der Langzeitarbeitslosigkeit ist eng mit der generellen Wirtschaftslage verbunden. Hier sind unsere Einflussmöglichkeiten sehr begrenzt. Mit flexibleren Rahmenbedingungen wäre jedoch Potenzial für die Entwicklung zusätzlicher Maßnahmen vorhanden. Hier sind Fördergeber und Träger gefordert, langfristige Angebote für die betroffenen Menschen zu schaffen, die ihnen auch eine Perspektive bieten“, erklärt Verbandssprecher Jürgen Marcabruni mögliche Verbesserungspunkte. In den nächsten Jahren wird auch bei einer erwarteten Erholung des Marktes die Arbeitslosigkeit hoch bleiben, die Anzahl der langzeitarbeitslosen Personen wird weiter steigen. „Solange gut qualifizierte Personen nur schwer eine neue Arbeitsstelle finden, ist das für schlechter ausgebildete Menschen beinahe unmöglich. Zudem lagern viele Firmen Jobs wie Fließbandarbeiten in Drittländer aus. Das bedeutet, dass die ohnehin begrenzte Zahl an Arbeitsplätzen für weniger ausgebildete Jobsuchende weiter sinkt. Auch den Arbeitsprojekten fällt die Vermittlung immer schwerer. Haben früher Firmen unsere Arbeiter nach erfolgreichen Aufträgen übernommen, passiert das in Zeiten der Wirtschaftskrise in geringerem Umfang“, ist Jürgen Marcabruni besorgt.

Mehr Projektarbeitsplätze gefragt

In den letzten Jahren zeigte sich die Eingliederung von langzeitarbeitslosen Menschen in fixe Arbeitsverhältnisse als immer schwieriger. In Vorarlberg besteht ein dringender Bedarf an zusätzlichen Projekt- und Dauerarbeitsplätzen. „Hilfreich wäre es, wenn die Dauer der Beschäftigung in den Projekten bedarfsbezogen und flexibler gestaltet werden könnte. Die Bedeutung von geeigneten Beschäftigungsmöglichkeiten wird weiter steigen“, so Jürgen Marcabruni.

Langfristige Lösungen als einzige Chance

Es macht keinen Sinn „um jeden Preis zu vermitteln“, wenn damit keine nachhaltige Lösung erzielt werden kann. Eine dauerhafte Integration ist das vorrangige Ziel – darüber sind sich die Mitglieder des Verbandes der Vorarlberger Arbeitsprojekte einig. Hinzu kommt, dass neue Dienstverhältnisse oftmals vertraglich kürzer gehalten sind, als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war. „Höchste Priorität sollten im Moment langfristige Maßnahmen haben, die eine Beschäftigungsperspektive bieten“, meint Jürgen Marcabruni. Zu diesen zählen längere Beschäftigungsmöglichkeiten für Personen mit geringen Vermittlungschancen und flexiblere Rahmenbedingungen von Seiten der Fördergeber. „Alle Arbeitsprojekte haben momentan Jahresverträge mit dem AMS und dem Land Vorarlberg, was eine strategische Ausrichtung und Positionierung erschwert“, erklärt Jürgen Marcabruni.

Kompetenter Berater

„Ein Einbezug des Verbandes der Arbeitsprojekte in die Beratungen zwischen Land Vorarlberg und dem AMS findet aktuell in einem zu geringem Umfang statt. Dabei sind wir ein kompetenter Partner, der den Fördergebern mit viel Erfahrung und Wissen gerne bei mittel- oder langfristigen Planungen zur Seite steht“, führt Jürgen Marcabruni aus. Seit vielen Jahren sind die Arbeitsprojekte ein verlässlicher Partner der Vorarlberger Wirtschaft. In vielen gemeinsamen Projekten zeigen zahlreiche Unternehmen der Region ihre soziale Verantwortung. Auch Gemeinden und öffentliche Institutionen sind langjährige Kunden. „Wir verfügen über viel Erfahrung, großes Know-how und beste Kontakte zu Auftraggebern in ganz Vorarlberg. Mit diesen Kenntnissen gilt können wir Maßnahmen setzen, die mehr Perspektiven für arbeitssuchende Menschen schaffen.“

Factbox:

Mitglieder des Verbandes: ABO

ABF Arbeitsinitiative Feldkirch

Aqua mühle

Caritas – Carla Arbeitsprojekte

Kaplan Bonetti Arbeitsprojekt

Dornbirner Jugendwerkstätte

Integra Arbeitsinitiative Region Bodensee

Vermittlungsquote 2008: 40 Prozent

Vermittlungsquote 2009: 25 Prozent

Beschäftigungsverhältnisse pro Jahr: über 600

Arbeit schaffen, statt Arbeitslosigkeit verwalten

Seit 2004 setzt sich der Verband der Vorarlberger Arbeitsprojekte für mehr soziale Sicherheit und gegen Armut ein. Gemeinsam mit AMS und dem Land Vorarlberg schaffen die sieben Mitglieder des Verbandes Arbeitsplätze für Menschen, die schon länger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind. Die Arbeitsprojekte bieten Betroffenen zeitlich befristete Arbeitsplätze, begleitende Sozialarbeit, einen Betriebsarzt sowie Qualifizierungsmaßnahmen und Hilfe bei der Arbeitsplatzsuche. Persönliche Ursachen für Probleme im Arbeitsleben werden gemeinsam mit einem Betreuungsteam ergründet und daraus entsprechende Maßnahmen gesetzt. Dieses „Rundumpaket“ erleichtert den (Wieder)Einstieg in den Arbeitsmarkt für langzeitarbeitslose Menschen.

 

Weitere Informationen

Jürgen Marcabruni

Verbandssprecher

T: 05550 4830

M: abo.marcabruni@aon.at

Pressekontakt

Martin Dechant

ikp Vorarlberg – PR und Lobbying GmbH

T: 05572/398811

E: martin.dechant@ikp.at

 

Quelle: Jürgen Marcabruni

Ludesch

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