AA

Bert Dietz: "Systematisches Doping"

©AP
Die Doping-Affäre im deutschen Radsport weitet sich immer weiter aus. Das Team Telekom um Jan Ullrich wird schwer belastet.

Die Ex-Telekom-Profis Bert Dietz und Christian Henn haben gestanden, früher leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. In einem Trainingslager 1995 auf Mallorca habe er von den damaligen Team-Ärzten aus der Freiburger Uniklinik, Lothar Heinrich und Andreas Schmid, eine Anleitung zum Blut-Doping mit dem Mittel EPO erhalten, sagte Dietz am Montagabend. Dietz sagte in der ARD-Sendung “Beckmann”: “Die Ärzte haben, wenn sie vor Ort waren, selbst gespritzt. Wenn sie nicht vor Ort waren, haben es die Pfleger gemacht.” Henn gestand, der Missbrauch habe sich bei ihm von 1995 bis zu seinem Karriere-Ende 1999 erstreckt. “Die Zeit war so, sonst hätte man nicht vernünftig mitfahren können”, wurde der heutige sportliche Leiter des Gerolsteiner-Teams zitiert.

Als Reaktion auf die neuen Doping-Vorwürfe kündigte der Rennstall T-Mobile an, die Zusammenarbeit mit der Uniklinik Freiburg am Ende der Saison zu beenden. Die Uni Freiburg kündigte ihrerseits an, seine noch tätigen Ärzte sofort aus dem T-Mobile-Team zurückzuziehen. Die beiden Mediziner wurden suspendiert. Beide Ärzte bestritten aber laut Uni die Doping-Vorwürfe erneut und verwiesen auf ihre Erklärungen, in denen sie die Anschuldigungen als haltlos bezeichneten.

Totschnig: “Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er macht”
Georg Totschnig genießt nach seinem Karriere-Ende die Zeit mit seiner Familie daheim im Zillertal. Dennoch macht sich der Tiroler so seine Gedanken über die Situation im Profi-Radsport. Nach dem jüngsten Doping-Geständnis von Bert Dietz wich Totschnig Fragen nicht aus, eine Bestätigung gab es von seiner Seite jedoch nicht. Mit Jef d’Hont hat Totschnig als Profi keinen Kontakt gehabt. “Mit Bert Dietz bin ich selbst im Team gefahren, aber ich kann das von meiner Seite nicht bestätigen”, erklärte Totschnig. “Jeder muss für sich selbst entscheiden, was er macht”, betonte Totschnig. Die Doping-Problematik sei nicht zu verleugnen, man müsse einen Weg finden, “dass Rennfahrer gar nicht auf die Idee kommen, etwas zu machen”.

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Sport VOL.AT
  • Bert Dietz: "Systematisches Doping"
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen