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Bernhard Amann: So wirkt sich Covid-19 auf den Betrieb von "Ex und Hopp" aus

Welche Auswirkungen haben das Coronavirus und die damit verbunde Schließung der Grenzen auf den Betrieb von "Ex und Hopp" und die Vorarlberger Drogenszene? Berhard Amann im VOL.AT-Interview.
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Das Coronavirus geht auch an "Ex und Hopp" nicht spurlos vorbei. Die Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige in Dornbirn ist bis auf Weiteres aufgrund des Virus im Notbetrieb. Die Klienten würden sich relativ gut an die Covid-Bestimmungen halten, so Obmann und Sozialarbeiter Bernhard Amann im VOL.AT-Interview. "Sie sind natürlich etwas unzufrieden, weil sowohl der offene Betrieb, als auch das Mittagessen wegfällt und wir dürfen die Leute nur einzeln hereinlassen", erklärt Amann. Die Beratung, die Betreuung, der Spritzentausch und die Medikamentenabgabe werden konsequent weiter betrieben. "Aber wir haben das Team geteilt", so der Ex-Politiker. "Es kann nicht sein, dass - falls mal jemand infiziert werden sollte - das ganze Team wegfällt", verdeutlicht Amann.

Weniger Betrieb

Einen vermehrten Zulauf bemerke man derzeit nicht - im Gegenteil: "Es ist schon ein klein wenig weniger Betrieb", meint Amann. Das sei klar, da die Angebote im offenen Betrieb wegfallen würden. "Aber unterstützt wird nach wie vor durch die medizinische und Sozialarbeit in dem Bereich", gibt er zu verstehen. Hier gelten auch die normalen Öffnungszeiten. "Es ist weniger Betrieb und sie halten sich auch eigentlich konsequent an die Vorgaben der netten Regierung." Es handle sich bei den Klienten praktisch auch um Risikopatienten im Sinne des Coronavirus. Daher sei es schwierig zu sagen, wann der Betrieb von Ex und Hopp wieder regulär stattfinden könne. "Aber klar, wenn die anderen Stellen alle zu haben, haben wir relativ viel zu tun", so Amann im VOL.AT-Gespräch. Wenn die Lage sich verschlimmere und es Probleme mit der Kundschaft gebe, sei auch das Team gefährdet. "Wir informieren uns laufend, haben auch unsere Klienten informiert und alles kommuniziert", gibt Amann an. Er schätze, dass sich in nächster Zeit nichts an der Situation ändern werde, mit Lockerungen rechne er frühestens im Mai.

"Wird übers Internet laufen"

Das die Schließung der Landesgrenzen aufgrund des Coronavirus große Auswirkungen den internationalen Drogenverkehr haben wird, bezweifelt der Obmann des Vereins: "Die sind nicht so dumm, dass wegen geschlossenen Grenzen der Schmuggel nicht mehr läuft." Der verlaufe in der Regel über grüne Grenzen, weil es dort weniger Risiko für die Schmuggler gebe. "Viele bestellen nach wie vor im Darknet, weil dort ein relativ geringer Teil erwischt wird", verdeutlicht Amann. "Dort wird das übers Internet laufen, aber nach wie vor gilt die grüne Grenze und der Zustelldienst über die Post." Die Drogenszene in Vorarlberg sei zudem sehr verknüpft. "Sie weichen halt auf Medikamente oder andere Substanzen aus", so Bernhard Amann abschließend.

(VOL.AT)

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