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Benko und Signa sollen Schweizer Privatbank Julius Bär rund 606 Millionen Franken schulden

Rene Benko.
Rene Benko. ©Archivbild: APA/Fohringer
Julius Bär hat offenbart, dass die Bank Wertberichtigungen in Höhe von 82 Millionen Franken vorgenommen hat, hauptsächlich wegen der Kreditrisiken im Zusammenhang mit Krediten im Immobilienbereich.

Die Schweizer Privatbank Julius Bär sah sich gezwungen, eine Mitteilung bezüglich der Höhe und Deckung der Kreditrisiken im Zusammenhang mit offenen Krediten veröffentlichen, um Bedenken auszuräumen, die durch einen Bericht des "SonntagsBlick" aufgeworfen wurden. Dort wird berichtet, dass die Bank dem österreichischen Immobilien-Tycoon und seiner Signa-Gruppe Kredite in Höhe von insgesamt rund 600 Millionen Schweizer Franken gewährt habe. Wie der "Blick" auch berichtet, wurde diese Insider-Information von der Bank Julius Bär nicht bestätigt, da das Unternehmen natürlich aufgrund des Bankgeheimnisses keine Auskunft über Kundenbeziehungen macht. Laut "Blick" entsprechen die 600 Millionen Schweizer Franken einem Jahresgewinn von Julius Bär.

Wertberichtigungen

In einem Versuch, die Situation zu klären, erklärte Julius Bär, dass Maßnahmen ergriffen wurden, um die Interessen der Bank zu schützen und den Wert der gestellten Sicherheiten zu erhalten. Im jüngsten Zwischenbericht für die ersten zehn Monate hat die Zürcher Privatbank Wertberichtigungen in Höhe von 82 Millionen Franken bekannt gegeben, von denen 70 Millionen im November angefallen sind.

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606 Millionen Schweizer Franken

Die Schweizer Privatbank legte am Montag ein massives Exposure im Immobilienbereich offen, das jüngst deutliche Wertberichtigungen nötig machte. Die größte Einzelposition innerhalb des insgesamt 1,5 Mrd. Franken schweren Private-Debt-Kreditbuchs belaufe sich auf 606 Mio. Franken (628,6 Mio. Euro) und umfasse drei Kredite an verschiedene Einheiten innerhalb eines "europäischen Konglomerats", so das Unternehmen. Einem Insider zufolge soll es sich um die Signa handeln. Die Kredite sind den Angaben der Bank zufolge durch mehrere Pakete von Sicherheiten in Verbindung mit Gewerbeimmobilien und Luxuseinzelhandel besichert.

Julius Bär-CEO entschuldigt sich

Philipp Rickenbacher, CEO der Julius Bär Gruppe AG, äußerte Bedauern über die Verunsicherung, die dieses einzelne Engagement bei den Stakeholdern verursacht hat. Es gibt jedoch weiterhin Bedenken, insbesondere in Bezug auf die Werthaltigkeit der Sicherheiten, die laut einer Quelle, die dem Schweizer Finanzportal "Tippinpoint" nahesteht, in Aktien des Benko-Imperiums bestehen, deren Wert bereits erheblich gesunken ist.

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Übernimmt dieser Milliardär den Elbtower?

In einem anderen Zusammenhang prüft der deutsche Milliardär und Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne die Übernahme des Hochhausprojekts Elbtower in Hamburg, das derzeit das größte Projekt der in Schwierigkeiten geratenen Signa-Gruppe ist. Die steigenden Baukosten, erhöhte Kreditzinsen und interne Probleme haben die Signa-Gruppe in eine prekäre Lage gebracht, was zur Insolvenz der Tochtergesellschaft Signa Real Estate Management Germany (Signa REM) führte.

  • Signa leidet Insidern zufolge unter Liquiditätsproblemen. Finde sich nicht kurzfristig ein Kreditgeber, könnte die gesamte Gruppe fallen, hatten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen gesagt. Der österreichischen Zeitung "Der Standard" zufolge soll am Dienstag ein Insolvenzantrag für die milliardenschwere Signa-Gruppe erfolgen. Zu Signa gehören Immobilien-Pakete und unter anderem auch der deutsche Warenhausriese Galeria und kikaLeiner in Österreich.

(VOL.AT)

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