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Belgiens erster Grand-Slam-Sieg

Justine Henin-Hardenne hat am Samstag im rein-belgischen Finale der French Open in Paris den ersten Grand-Slam-Titel für Belgien überhaupt geholt.

Justine Henin-Hardenne hat das erste belgische Endspiel bei einem Tennis-Grand-Slam-Turnier gewonnen und ihrer Freundin Kim Clijsters das schönste Geburtstagsgeschenk verwehrt. Die Wallonin gewann am Samstag, einen Tag vor Clijsters’ 20. Geburtstag, das Damenfinale der French Open in Paris mit 6:0,6:4 nach nur 67 Minuten. Sie ist die erste Nicht-Amerikanerin seit Mary Pierce 2000 in Paris, die wieder die Sieger-Trophäe bei einem der vier Grand-Slam-Turniere in Empfang nehmen durfte.

„Der erste Sieg bei einem Grand Slam, das ist ein großer Moment. Ich habe diesen Sieg mit meinem ganzen Herzen gewollt. Ich habe heute für meine Mama gespielt, die mir aus dem Paradies zusieht. Ich bin sicher, dass sie sehr stolz auf mich ist“, sagte Justine Henin-Hardenne, deren Mutter 1994 an Krebs gestorben war. Die Sympathie von 16.000 Zuschauern, darunter die belgische Königsfamilie und tausende Fans aus der Heimat, flog Henin-Hardenne zu, als sie den „Coupe Suzanne Lenglen“ in Empfang nahm. Die 21-Jährige rückt in der kommenden Woche auf Rang drei der Weltrangliste vor. Henin-Hardenne nimmt 819.000 Euro Preisgeld aus Paris mit, für die aus dem flämischen Bree stammende Clijsters blieb die Hälfte als gut dotiertes Trostpflaster.

„Ich bin enttäuscht, aber froh für Justine, dass sie gewonnen hat“, sagte Clijsters, die eine faire Verliererin war. „Ich habe im zweiten Satz wesentlich besser gespielt, aber Justine hat mir keinen einzigen Punkt geschenkt.“ In sieben von zehn Vergleichen gegen ihre Freundin hatte Clijsters zuvor gewonnen. Diesmal spielten ihr wie so oft ihre Nerven einen Streich. Das Endspiel der French Open vor zwei Jahren hatte sie gegen Jennifer Capriati verloren, obwohl sie vier Mal nur noch zwei Punkte vom Matchgewinn entfernt war. Bei den Australian Open im vergangenen Jänner führte sie gegen die spätere Siegerin Serena Williams im dritten Satz schon mit 5:1 und verlor doch.

Diesmal war sie von Beginn an auf der Verliererstraße. Henin-Hardenne spielte in ihrem zweiten Grand-Slam-Endspiel nach dem Wimbledon-Finale 2001 wie schon bei ihrem Halbfinal-Coup gegen Serena Williams: entschlossen, emotionslos, technisch unübertroffen. Clijsters, die mit der Japanerin Ai Sugiyama auch im Doppelfinale steht, wirkte bei 30 Grad Hitze geistig und körperlich müde. Im ersten Satz servierte sie schlecht, kam viel zu selten ans Netz und nutzte ihre Breakchancen nicht. 26 Minuten, in denen sie nicht ein Spiel gewann, dürften ihr wie eine Demütigung vorgekommen sein.

Clijsters hatte bisher bei Grand-Slam-Turnieren noch nie gegen Henin-Hardenne verloren, weder in Paris 2001 noch bei den Australian Open im vergangenen Jahr. Doch diesmal ging alles sehr schnell. Lleyton Hewitt hielt es im zweiten Satz auf der Tribüne nicht mehr auf seinem Sitz. „Come on“, rief er seiner Freundin zu, um sie wachzurütteln. Es nützte nicht viel. Zwar schaffte Clijsters noch ihr einziges Break zum 4:4, doch Henin-Hardenne gelang sofort das Rebreak, danach schlug sie zum Matchgewinn auf und nutzte gleich ihre erste Chance. Der erste Weg nach ihrem Triumph führte sie zu ihrem Mann Pierre-Yves sowie ihrem Coach Carlos Rodriguez auf die Tribüne. Letzterer betreut Justine schon seit ihrem 14. Lebensjahr.

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