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BAWAG riet von Yen-Finanzierung ab

Ein Kuriosum ist beim neunten BAWAG-Prozess-Tag im Wiener Landesgericht am Dienstag zu Tage gekommen.

Während Investmentbanker Wolfgang Flöttl bei seinen Spekulationsgeschäften mit BAWAG-Geldern in großem Stil in Yen fremdfinanziert war, und durch das Währungsrisiko letztlich einen Totalverlust für die BAWAG in Höhe von 639 Mio. Dollar (466 Mio. Euro) baute, riet die damalige Gewerkschaftsbank BAWAG ihren eigenen Kunden von Yen-Finanzierungen aus Gründen der wirtschaftlichen Vorsicht ab.

„Die BAWAG hat den Kunden strikt von Yen-Finanzierungen abgeraten“, betonte Ex-BAWAG-Generaldirektor Helmut Elsner Dienstag nachmittag bei seiner Vernehmung vor Gericht. Wenn die Kunden trotzdem auf Yen-Krediten bestanden, mussten sie eine Bescheinigung unterschreiben, dass sie dies trotz gegenteiligem BAWAG-Ratschlag taten. Der Vorstand sei nämlich der Meinung gewesen, dass nur jene Kunden Yen-Kredite aufnehmen sollten, die auch in der japanischen Währung Eingänge zu erwarten hatten, etwa der Importeur von Kawasaki. „Das Währungsrisiko war evident. Wir haben in den Kreditverträgen darauf hingewiesen“, unterstrich Elsner heute die Vorsichtsmaßnahmen der Bank für das Geld ihrer Kunden.

Dieser BAWAG-Ratschlag wurde jedoch bei den Spekulationen Flöttls mit den BAWAG-Geldern nicht beherzigt: Das Kapital wurde in Yen angelegt und mit Yen geleveraged (mit Fremdkapital ausgestattet).

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