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Bauern in der Zwickmühle: Niedrige Preise und hohe Standards nicht vereinbar

Hohe Standards zu billigen Preisen - das lässt sich nicht leicht vereinen.
Hohe Standards zu billigen Preisen - das lässt sich nicht leicht vereinen. ©APA/DPA/ARNE DEDERT
Die heimischen Bauern sind in einer Zwickmühle. Laut Landwirtschaftskammer-Präsident Moosbrugger sind niedrige Preise und hohe Standards nicht vereinbar.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger sieht die heimischen Bauern in einer Zwickmühle zwischen niedrigen Preisen und hohen Tierschutz- sowie Pestizidstandards. Bei der Agrar-Fachkonferenz “Wintertagung” in Wien appellierte Moosbrugger an den Lebensmittelhandel, faire Preise zu zahlen. “Im Regal zählt zu oft der Preis, das hält die Landwirtschaft nicht aus.”

Der von den Bauern produzierte Mehrwert müsse sich auch in der Bezahlung niederschlagen. “Höchste Qualität und billig gibt es nirgendwo. Immer billiger, das hat eine Grenze überschritten, die gesund ist”, kritisierte der Bauernvertreter am Montagnachmittag bei einer Podiumsdiskussion mit ÖGB-Chef Wolfang Katzian und Rewe-Österreich-Chef Marcel Haraszti.

Der Landwirtschaftskammer-Präsident warnte davor, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Österreich zusperren und dann ausländische Agrarprodukte mit niedrigen Standards importiert werden müssten.

Rewe-Chef: “Österreich ist starkes Aktionsland”

Auch der Rewe-Österreich-Chef sieht eine Preisproblematik im österreichischen Lebensmittelhandel. “Leider ist Österreich ein starkes Aktionsland. Das sind die Geister, die wir gemeinsam gerufen haben”, sagte Haraszti. Man könne aber weder Bauern noch Arbeitnehmervertreter immer zufriedenstellen. “Von der Arbeiterkammer heißt es, wir sind zu teuer, von den Bauern heißt es, wir sind zu billig. Wir können es keinem Recht machen”, so der Rewe-Österreich-Chef. Er verwies darauf, dass etwa die Herkunft von Lebensmitteln in der Gastronomie und bei Essenszustellern im Gegensatz zum Lebensmittelhandel noch kein besonders großes Thema sei.

ÖGB-Präsident Katzian forderte bei der Podiumsdiskussion höhere Löhne, damit die Arbeitnehmer hochwertigere Lebensmittel kaufen können. “Wenn sie mehr verdienen, können sie sich auch mehr leisten. Dafür brauche ich kein Harvard-Diplom”, sagte der Spitzengewerkschafter. Er wünsche es jedem Bauern, dass dieser “ganz viel” für seine guten Produkten erhalte. “Da gibt es absolut keinen Widerspruch.”

(APA/Red)

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