Baubeginn zu Moslemfriedhof erfolgt

Die Bauarbeiten zum islamischen Friedhof in Altach wurden Anfang März aufgenommen.
Die Bauarbeiten zum islamischen Friedhof in Altach wurden Anfang März aufgenommen. ©Beatrix Spalt

Mit Verzögerung hat der Bau zum islamischen Friedhof in Altach nun begonnen. Eröffnung im Spätherbst geplant.
Altach. Nachdem im Herbst 2009 das Projekt “Islamischer Friedhof” bewilligt worden war, verzögerte die ungünstige Bodenbeschaffenheit auf dem 8400 Quadratmeter großen Gelände auf der Landesstraße zwischen Götzis und Hohenems den Baubeginn beträchtlich. Mit Aufschüttungen wurde der Boden vorbelastet und verdichtet, um zu verhindern, dass giftige Abwässer ins Grundwasser geraten. “Die Fläche zur Umsetzung der ersten Bauetappe, die die Errichtung von 342 Gräbern und des Gebäudeteils vorsieht, ist bereits stabilisiert. Die Bauarbeiten haben Anfang März begonnen”, informiert Architekt Bernardo Bader über den aktuellen Stand der Dinge. “Die Fläche, auf welcher die zweite Bauetappe und damit die Errichtung weiterer 358 Gräber erfolgen soll, befände sich derzeit “in Vorbereitung”. Wann die zweite Bauetappe begonnen werden kann hänge davon ab, wann es “grünes Licht” vonseiten der Geologen gäbe, so Bader weiter.

Breite Zusammenarbeit
Abzuschätzen ist hingegen bereits, wann die erste Bauetappe vollendet ist und die ersten Gräber ihrer Bestimmung zugeführt werden können: “Wir gehen von einem Eröffnungstermin im Spätherbst aus”, stellt Gottfried Brändle als Bürgermeister von Altach in Aussicht. Die Kummenberggemeinde ist als Bauherr für die Vergabe und Planung der Arbeiten verantwortlich. Mit hohem Engagement auf Schiene gebracht wurde das Projekt aber von mehreren Akteuren, wie Attila Dincer, der als Sprecher des “Trägervereins Islamischer Friedhof” fungierte. Er erklärt: “Islamische Gruppierungen haben, eingebunden im Trägerverein, acht Jahre ehrenamtlich am Prozess mitgewirkt. Vorangetrieben wurde dieser maßgeblich von Bürgermeister Gottfried Brändle. Auch die Projektstelle für Zuwanderung und Integration ‚okay.zusammen leben‘ hat sich engagiert eingebracht. Unterstützung gab es auch vonseiten der Kirche und nicht zu vergessen auch vom Gemeindeverband.”

Kosten: Rund 1,9 Mill. Euro
Der Gemeindeverband trägt gemeinsam mit dem Land die Kosten des Projektes, die mittlerweile mit 1,9 Millionen Euro prognostiziert werden, wie Bürgermeister Gottfried Brändle informiert. Finanzielle Unterstützung erfolgt auch von den islamischen Gruppierungen selber. So soll der ehemalige Trägerverein nun in eine Art Förder- oder “Spendenverein” umgewandelt werden. Angedacht ist, Gelder des Spendentopfs für eine künstlerische Ausgestaltung des Friedhofes zu verwenden. Der schlichte Grundcharakter des Areals – mit einem Gebäude für rituale Waschungen und Kapelle – soll jedoch beibehalten werden, erläutert Bernardo Bader: “Das Projekt bedient sich bewusst einer schlichten Symbolik – ohne viel ‚Tamtam‘. Es soll sich unspektakulär in die Landschaft einfügen und dennoch eine eigene Sprache sprechen.”

“Große Zustimmung”
Obwohl der Planungsproess von allen Seiten viel Geduld abverlangte, zeigen sich die Beteiligten voll des Lobes für die gelungene Zusammenarbeit. “Was sich gezeigt hat ist, dass alle Akteure an einem Strang ziehen”, bestätigt auch Eva Grabherr von “okay.zusammen leben”. Darüberhinaus zeige sich auch in der Bevölkerung eine hohe Akzeptanz und Zustimmung für das Projekt, freut sich Gottfried Brändle.

Statements:

“Der erste Teil des Friedhofes wird Ende des Jahres fertiggestellt sein.” Bernardo Bader, Architekt

“Wir begehen einen guten, gemeinsamen Weg mit den islamischen Vertretern.” Gottfried Brändle, Bürgermeister

auf mehrwissen.vol.at: Rückblick. Chronologie der Planungs- und Entstehungsgeschichte des Projektes “Islamischer Friedhof” in Vorarlberg.

Quelle: VN-Heimat / Beatrix Spalt

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