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Bargeld abschaffen? 5 Fragen - 5 Antworten!

Warum soll das Bargeld abgeschafft werden?
Warum soll das Bargeld abgeschafft werden? ©APA
Das Geheimpapier des IWF zum Thema Bargeld erregt die Gemüter. Klammheimlich soll das Bargeld abgeschafft werden, aber wer steckt dahinter und warum? 
Geheimpapier des IWF

Wird das Bargeld wirklich abgeschafft? Darauf lässt ein jetzt entdecktes Dokument des IWF schließen. Es gibt auf jeden Fall gute Gründe dafür und gute Gründe dagegen. Wir haben fünf wichtige Fragen und Antworten für Sie parat.

1. Wer will Bargeld abschaffen?

Für ein Ende des Bargelds haben sich in der Vergangenheit auch schon der Wirtschaftsweise Peter Bofinger ausgesprochen. “Bei den heutigen technischen Möglichkeiten sind Münzen und Geldscheine tatsächlich ein Anachronismus”, sagte er bereits 2015 dem Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”. Mit anderen Worten: Bargeld ist veraltet und letztlich überflüssig. Bofingers Vorstoß war allerdings nicht neu. Ähnliche Vorschläge haben amerikanische Ökonomen wie der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kenneth Rogoff, oder Ex-Finanzminister Larry Summers gemacht. Sie sprechen sich ebenfalls für eine Welt ohne Bares aus. Zudem ist jetzt ein Arbeitspapier des IWF-Analysten Alexej Kireyev aufgetaucht. In diesem geht es um die langsame und heimliche Abschaffung des Geldes.

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2. Warum soll es kein Bargeld mehr geben?

Befürworter einer bargeldlosen Wirtschaft nennen im Wesentlichen zwei Gründe für ihre Position. Das erste Argument ist vergleichsweise einleuchtend: Bargeld werde für illegale Aktivitäten bevorzugt verwendet, beispielsweise für das Reinwaschen von Drogengeld, bei der Steuerhinterziehung oder in der Schwarzarbeit. Ein Bargeld-Stopp würde dem einen Riegel vorschieben. Das zweite Argument ist komplizierter, es geht um die Geldpolitik der Zentralbanken.

3. Was hat Bargeld mit Geldpolitik zu tun?

Geldpolitik funktioniert im Wesentlichen nicht über Bargeld, sondern über “Buchgeld”. Dazu gehören Spareinlagen und Bankkredite. Eine Zentralbank – also die Bank der Banken – kann die Spar- und Kreditzinsen in gewissem Umfang steuern, in dem sie ihre Leitzinsen verändert. Im Euroraum sind die Zinsen nicht nur extrem tief, sie liegen teils sogar schon im Minus. Rutschen die Zinsen zu tief ins Minus, steigt für Verbraucher und Unternehmen der Anreiz, Geld nicht mehr auf ihr Konto zu stellen, sondern in Münzen und Geldscheinen zu horten. Das bedeutet: Bargeld begrenzt die Möglichkeiten einer Notenbank, in Krisenzeiten die Wirtschaft durch Negativzinsen – also superbilliges Geld – anzuschieben.

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4. Ist das Ganze nicht eine rein wissenschaftliche Debatte?

Ja und Nein. In der Politik gibt es bisher keine große Diskussion über die Abschaffung von Bargeld. Auf der anderen Seite gibt es in Ländern, in denen Bargeld eine geringere Rolle spielt, Entwicklungen, die in diese Richtung gehen. Schweden zum Beispiel ist auf dem besten Weg, die erste bargeldlose Gesellschaft zu werden. Das kommt natürlich der Kreditkarten-Lobby sehr entgegen, doch die Bürger werden zum gläsernen Kunden. In der U-Bahn Stockholms oder im ABBA-Museum, das von einer Kredikarten-Firma gesponsert wird, kann man mit Bargeld jedenfalls nicht bezahlen. Auch in Dänemark müssen Läden, Tankstellen oder Restaurants kein Bargeld mehr akzeptieren.

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5. Was sagen Kritiker zur Bargeldabschaffung?

Ein wichtiges Argument der Gegner lautet, dass nicht nur Bargeld für illegale Aktivitäten verwendet wird. Als Beispiel werden häufig die “Bitcoins” genannt – das ist eine virtuelle Internetwährung, die nicht von Zentralbanken ausgegeben wird und sich ihrer Kontrolle entzieht. Mit Blick auf die Geldpolitik wird argumentiert, eine Abschaffung des Bargelds diene in erster Linie dazu, den Notenbanken ihren extrem lockeren und – so die Kritiker – verfehlten Krisenkurs zu erleichtern. Eine Folge von sehr niedrigen Zinsen oder gar negativen Zinsen ist nämlich, dass Sparer belastet und Kreditnehmer entlastet werden. Mit der Abschaffung des Bargelds würde den Sparern die Möglichkeit genommen, einer Entwertung ihrer Guthaben auszuweichen.

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