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Barack Obama wird neuer US-Präsident

Die Supermacht USA wird erstmals von einem Politiker mit dunkler Hautfarbe regiert. Barack Obama besiegte in einer historischen Präsidentschaftswahl seinen republikanischen Widersacher John McCain.

Bei dem versprochenen politischen Neuanfang kann sich der 47-Jährige auf eine komfortable absolute Mehrheit seiner Demokratischen Partei in beiden Häusern des Kongresses stützen.

In seiner ersten Rede schwor der Wahlsieger vor mehr als 100.000 Menschen in seiner Heimatstadt Chicago die USA auf schwierige Aufgaben und einen Neuanfang ein: “Change has come to America” (Der Wandel ist in Amerika angekommen). Die Zeit seiner Präsidentschaft beginne mit immensen Herausforderungen, sagte Obama: “Zwei Kriege, ein Planet in höchster Gefahr, die schwerste Finanzkrise in einem Jahrhundert”. Jetzt sei die Zeit, mit der Arbeit zu beginnen.

Wichtigstes Thema bei der Wahlentscheidung war laut Wählernachfragen die schwere Wirtschaftskrise in den USA, in der die Mehrheit der Amerikaner Obama mehr Vertrauen schenkt als McCain. Der Republikaner gratulierte Obama zu seinem Wahlsieg. “Das amerikanische Volk hat gesprochen”, sagte der 72-Jährige vor enttäuschten Anhängern in Arizona. Er hätte sich ein anderes Ergebnis gewünscht, sagte McCain.

Das Duell der beiden hat die Amerikaner an die Wahlurnen gelockt wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Die Wahlbeteiligung lag nach ersten Schätzungen bei 64,1 Prozent. Das wäre die höchste Beteiligung seit dem Zweiten Weltkrieg und noch höher als die beim Duell zwischen John F. Kennedy und Richard Nixon 1960 (63,8 Prozent). Zusammen mit dem designierten Vizepräsidenten Joe Biden wird Obama am 20. Jänner 2009 in Washington den Amtseid ablegen. Dann endet auch die achtjährige Regierungszeit des Republikaners George W. Bush. Obama wird der 44. Präsident der USA.

Obama gewann laut CNN in mindestens 27 US-Staaten einschließlich der Hauptstadt Washington und sammelte so 338 Wahlmännerstimmen – für den Sieg war eine Mehrheit von 270 der 538 Stimmen erforderlich. McCain konnte Obama in mindestens 21 Staaten bezwingen, was mit 163 Wahlmännerstimmen aber für den von ihm erhofften Umschwung in letzter Minute nicht ausreichte. Nicht ganz so deutlich fiel das landesweite Stimmenverhältnis aus – hier erreichte Obama einen Anteil von 52 Prozent, McCain folgte mit 47 Prozent.

Entscheidend für den Wahlerfolg waren Siege Obamas in den Schlüsselstaaten Florida, Ohio, Pennsylvania und Virginia. Der Kandidat der Demokraten sicherte sich zunächst die erwarteten Siege im Nordosten, einer traditionell liberalen Region, und im Mittleren Westen der USA. Er gewann in seinem Heimatstaat und war auch im heftig umkämpften Pennsylvania erfolgreich.

Dort hatte McCain einen besonders intensiven Wahlkampf geführt, um die erwarteten Verluste in anderen Staaten auszugleichen. Obama siegte auch in Ohio und Iowa, wo vor vier Jahren noch der Republikaner George W. Bush die Wahlmännerstimmen holte. Bisher konnte noch nie ein Republikaner ohne einen Sieg in Ohio die Präsidentschaftswahl gewinnen. McCain war vor allem im konservativen Süden der USA erfolgreich. Er gewann wie erwartet in Staaten wie Utah, Arkansas, Kansas, Kentucky und Tennessee.

Die Demokratische Partei gewann die absolute Mehrheit im Senat und im Repräsentantenhaus. Bei der Wahl von 35 der 100 Sitze im Senat gelang es demokratischen Kandidaten, ihre Zahl von Senatoren von 49 auf 56 auszubauen. Im Repräsentantenhaus konnten die Demokraten ihre bisherige Mehrheit weiter ausbauen. Sie kamen auf mindestens 251 Sitze, die Republikaner auf 173 Sitze. Die übrigen Mandate war noch nicht ausgezählt. Für eine absolute Mehrheit braucht man 218 Sitze.

Auch bei den Gouverneurswahl gewannen die Demokraten einen weiteren Posten hinzu. Sie verdrängten in Missouri die Republikaner von der Regierung. Damit werden jetzt 29 Staaten von demokratischen Politikern geführt und 21 von Republikaner.

Sechs von zehn Wählern im ganzen Land nannten die Sorge um die Volkswirtschaft als wichtigsten Faktor ihrer Wahlentscheidung, wie eine Wählernachfrage der Nachrichtenagentur AP ergab. Kein anderes Thema, darunter die Energiepolitik, der Irak-Krieg, der Terrorismus und die Gesundheitsversorgung, hatte bei den Wählern einen höheren Anteil als zehn Prozent. Die Wählernachfrage beruht auf einer Stichprobe von nahezu 10.000 Wählern nach ihrer Stimmabgabe. Sie ergab auch, dass fast 60 Prozent der Frauen Obama für den besseren Kandidaten hielten. Auch bei den Erstwählern lag Obama deutlich vorn.

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