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Bahn in Bregenz unter die Erde? Das sagt Linhart

Bürgermeister Markus Linhart.
Bürgermeister Markus Linhart.
Der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart betont im VOL.AT-Interview, dass er seit 20 Jahren an dem Thema dran sei und weiter lästig bleiben wolle. Ein wahltaktisches Manöver weist er von sich.

Mit Verwunderung reagierten die Bregenzer Oppositonsparteien auf einen Vorstoß von Bürgermeister Markus Linhart in Sachen "Bahn unter die Erde". Auslöser war ein - nicht öffentlicher - Brief des Bregenzer Stadtoberhaupts an Ministerin Leonore Gewessler - wie die Neue am Mittwoch berichtete. In dem Schreiben, das auch VOL.AT vorliegt und vom 9. Juli 2020 datiert, bittet Linhart die Ministerin um eine Aktualisierung einer Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2002. Die Oppositionellen Ritsch, Thür und Kuner orten jedoch ein wahltaktisches Manöver.

-> Die Reaktionen der Opposition zum Nachlesen

Linhart: "Bin seit über 20 Jahren dran"

"Das ist nichts Neues", sagt Bürgermeister Linhart im VOL.AT-Interview und betont, dass er das im Wahlkampf nicht thematisieren wollte. "Das Schreiben ist nicht durch mich an die Öffentlichkeit geraten. Ich bin an dem Thema seit über 20 Jahren dran. Ich hatte den ersten Anlauf schon vor Corona mit Staatssekretär Magnus Brunner akkordiert und avisiert - dann kam der Shutdown. Jetzt - nach der Coronaberuhigung - hat es den neuen Anlauf gegeben."

Video: Das sagt Linhart zum Brief an Ministerin Gewessler

Dass die Bahn unter die Erde soll, wird seit Jahrzehnten in Bregenz diskutiert. Eine Umsetzung des Projekts hängt laut Linhart von vielen Faktoren ab. Er wolle keine leeren Versprechungen machen und bei den Menschen Hoffnungen wecken, die man nicht halten könne. "Wir haben nicht die Kompetenz dazu, aber wir können dranbleiben und lästig sein." Einfach mit den Fingern zu schnippen würde nicht funktionieren. "Das ist eine langfristige und komplexe Geschichte. Ich bin nicht bereit den Menschen zu suggerieren, dass das morgen umsetzbar ist."

Video: "Neuer Bahnhof steht dem nicht im Wege", sagt Linhart

"Ein Monster-Projekt"

Dass man im Februar 2020 bereits mit den ÖBB eine Grundsatzvereinbarung über einen neuen Bahnhof abgeschlossen hat, sei hingegen kein Problem. "Das Eine hat mit dem Anderen nichts zu tun. Der neue Bahnhof steht dem nicht im Wege", hält Linhart fest. Die Trassenvarianten würden auf der Hand liegen: Die bestehende Trasse oder einen Tunnel durch den Pfänder.

Das langfristige Ziel müsse ein zweigleisiger elektrifizierter Ausbau in Richtung Deutschland sein. Wie man das technisch umsetze und was finanziell machbar ist, müsse eruiert und erarbeitet werden. "Das ist natürlich ein Monster-Projekt, das in den Köpfen der Entscheidungsträger - im Bund, bei den Bahnen und auch in Deutschland - nicht da ist. Jetzt geht es darum dieses zu wecken."

Video: Ist es technisch und finanziell machbar, Herr Bürgermeister?

mehramsee

Erst im Juni 2020 hat die Bürgergenossenschaft mehramsee gegenüber den "Vorarlberger Nachrichten" in Bezug auf die Unterflurlösung von einem Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro gesprochen. Falls die Bahn unter die Erde käme, hätte man zudem 205.000 Quadratmeter Fläche an öffentlichem Raum zur Verfügung. Das sagten die mehramsee-Vorstände Pius Schlachter und Christoph Skala.

Wie auch Bürgermeister Linhart, rechnen Schlachter und Skala bei einem Projekt in dieser Größenordnung mit einer entsprechenden Vorlaufzeit. Die mehramsee-Vorstände gehen von 15 Jahren aus und einer Bauzeit von drei bis vier Jahren. Die freigewordenen öffentlichen Platz könnte, die durch den Berg und See begrenzte Stand, jedenfalls gut gebrauchen. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht - der Wahlkampf in Bregenz hat jedenfalls mit seinem beliebtesten Thema - Bahn und Verkehr - Fahrt aufgenommen.

(VOL.AT/mm, ms)

Podcast: Das Interview zum Nachhören

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