Austria Lustenau unterliegt Austria Wien nach heroischem Kampf 1:2

In einem spannenden Cupfight zog Lustenau knapp den Kürzeren.
In einem spannenden Cupfight zog Lustenau knapp den Kürzeren. ©VOL.AT/Hartinger
Die Wiener Austria ist am Mittwoch ohne zu glänzen ins Halbfinale des österreichischen Fußball-Cups eingezogen. Der Rekordgewinner setzte sich im Viertelfinale bei Austria Lustenau mit einem äußerst schmeichelhaften 2:1 (2:0) durch. Der Zweitligist aus Vorarlberg hatte deutlich mehr vom Spiel. Die Tore durch Tomas Jun (8.) und Manuel Ortlechner (45.+1) bzw. Jan Zwischenbrugger (65.) fielen allesamt nach Standardsituationen.

Die Austria aus Wien revanchierte sich trotz einer schwachen Leistung für eine blamable 0:4-Heimniederlage im April 2011. Mit der hatte sich der 27-fache Cupsieger im Vorjahr aus dem Bewerb verabschiedet. Die Lustenauer, die in weiterer Folge sogar das Finale erreichten, agierten vor 3.400 Zuschauern im Reichshofstadion auch diesmal sehr engagiert – aber unbelohnt. Austria-Trainer Ivica Vastic ließ Stürmer Roland Linz zu Beginn erneut auf der Bank, obwohl der Ex-Kapitän zuletzt in der Liga zwei wichtige Tore erzielt hatte. Linz kam erst zur Pause für den unauffälligen Roman Kienast. In der Defensive musste Vastic mit Emir Dilaver, Markus Suttner und Marin Leovac gleich drei Spieler verletzt vorgeben. Kapitän Ortlechner kehrte daher in die Innenverteidigung zurück, Youngster Remo Mally sprang links in der Viererkette ein.  

Lustenauer machten das Spiel

Lustenau wurde von Jun kalt erwischt. Mally spielte nach einem Corner, den Lustenau-Keeper Alexander Kofler nicht weggebracht hatte, für den Tschechen auf. Dessen abgefälschter Schuss kullerte ins Tor. Mit der Führung im Rücken ließen sich die Wiener vom Pressing der Vorarlberger noch weiter zurückdrängen, schossen aber auch den zweiten Treffer. Ortlechner war nach einem Liendl-Eckball kurz vor der Pause per Kopf zur Stelle.

Dabei diktierte Lustenau das Spiel, echte Torszenen waren aber Mangelware. Außenverteidiger Benedikt Zech schoss nach einer schönen Kombination zu zentral aufs Tor (29.), weitere Versuche von Sturmtank Pierre Boya (33., 52.) und dem eingewechselten Zwischenbrugger (35., 41.) blieben vorerst unbelohnt. Der Anschlusstreffer gelang ebenfalls erst aus einer Standardsituation. Zwischenbrugger traf nach Freistoßflanke von Sascha Boller per Kopf.

Austria zitterte sich zum Sieg

Die Austria, die in fünf Auswärtsspielen unter Vastic zuvor erst zwei Tore erzielt hatte, musste bis in die Schlussphase zittern. Ein Volley von Boya wurde neben das Tor gelenkt (74.), einen Schuss von Boller aufs kurze Eck parierte Austria-Torhüter Heinz Lindner (79.). Der Schlussmann war noch der beste Austrianer. Bei einem Kopfballversuch von Christoph Stückler, der größten Chance, wäre aber auch Lindner chancenlos gewesen (88.)

Die spielstarken Lustenauer scheiterten an ihrer Effizienz. Der Vorjahresfinalist, der sich auch in der Ersten Liga mit vier Punkten Rückstand zurück ins Aufstiegsrennen gebracht hat, kassierte damit seine erste Niederlage im Jahr 2012. Die Wiener Austria zog dagegen zum ersten Mal seit 2009 ins Cup-Halbfinale ein. Damals hatten die Violetten in weiterer Folge auch ihren bisher letzten Titel geholt. Am Sonntag steht in der Meisterschaft das Derby gegen Rapid auf dem Programm.

Meinungen

Helgi Kolvidsson (Austria-Lustenau-Trainer): “Es war keine Überraschung für mich, dass wir eine gute Leistung bringen können. In der Anfangsphase waren wir ein bisschen gehemmt. Wir haben Tore aus Standardsituationen bekommen, aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat vor allem nach der Pause alles versucht und sehr mutig gespielt. Wir haben auch beim Rückstand versucht, über die Außen zu spielen, nicht mit der Brechstange. Das hätte nichts gebracht.”

Ivica Vastic (Austria-Wien-Trainer): “Wir wollten unbedingt weiterkommen. Wir haben gewusst, dass es schwer wird. Wir haben eigentlich ganz gut angefangen und dann auch ein schnelles Tor gemacht. Wir hätten die eine oder andere Situation besser lösen können. So haben wir auch ein unnötiges Tor bekommen. Sie haben dann versucht, mit langen Bällen vorne Druck zu machen, aber wir haben standgehalten. Der Platz war auch nicht einfach zu spielen, er war sehr tief. Der Gegner war sehr aggressiv, aber ich bin froh, dass wir weiter sind.”

(APA)

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