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Ausstellung über k.u.k.-Kammerfotograf

Die Geschichte der Fotografie im Rohnerhaus in Lauterach.
Die Geschichte der Fotografie im Rohnerhaus in Lauterach. ©Harald Pfarmaier

Lauterach/Bregenz. Seit seiner Eröffnung im Jahre 1881 galt das Fotostudio Högler in der Bregenzer Inselstraße als eines der bedeutendsten Ateliers im Bodenseeraum.

Die Geschichte der Fotografie im 19. und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lässt das Rohnerhaus in Lauterach in seiner Ausstellung “Högler – Fotografiegeschichten” ab 16. Oktober aufleben. Es musste schon ein besonderer Anlass sein, der die Menschen zu jener Zeit in ein Fotoatelier führte. Privat fotografierte kaum jemand. In jenen Anfangstagen der Fotografie eröffnete Wilhelm Högler (1847-1905) als “Kammerphotograph seine K.u.K. Hoheit” das “Photographische Atelier Högler” in Bregenz. Er verstand sich noch mehr als Handwerker, denn als Künstler, schuf unzählige Porträts, hielt aber auch Baggerarbeiten etwa im Bregenzer Hafen oder Festumzüge als zeitgenössische Dokumente fest. Sein Sohn Rudolf (1874-1951) und dessen Frau Maria (1885-1969) führten das Geschäft und die Porträtarbeit fort, bis schließlich der gemeinsame Sohn Rudolf (1907-1957) und dessen Frau Claudia (geb. 1920) den Familienbetrieb übernahmen, der bis in die 1980er-Jahre bestand. Die Fotografie war auf dem Wege, sich auch als Kunstform zu etablieren. Die Technik brachte portable Kameras hervor, die das Arbeiten außerhalb der Ateliers ermöglichten. So konnten fotografische Dokumentationen über die Landesausstellung 1887 oder 1909 die Eröffnung des Anton-Schneider-Denkmals entstehen. Rudolf Högler verstand die technischen Möglichkeiten und sich daraus für den Fotografen ergebenden neuen Freiheiten zu nutzen. Obwohl die klassische Porträtarbeit im Atelier nach wie vor Teil seines Geschäfts blieb, wandte er sich immer mehr der künstlerischen Fotografie zu. So entstanden Fotobücher über seine Griechenland-Reise, die vor allem durch den Einsatz der Farbfotografie als bahnbrechend gelten. Menschen, Landschaften und Pflanzen gehörten zu seinen bevorzugten Motiven. Aufregung verursachte Rudolf Högler mit seinen ersten künstlerischen Aktfotografien. Diese stießen auf eine Welle der Ablehnung. Das Rohnerhaus zeigt in der von Maria Sagmeister und Rosa Bruderhofer kuratierten Ausstellung die gesamte Bandbreite des Schaffens der Familie Högler. Die Ausstellung gibt einen interessanten Einblick in die Fotografiegeschichte, wobei diese Entwicklung auch in den gesellschaftlichen Kontext gestellt wird. HAPF

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