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Ausbau am Rohrspitz - Heiligt der Zweck die Mittel?

Respektiere Deine Grenzen!
Respektiere Deine Grenzen! ©Elke Wörndle

Ausbau am Rohrspitz – Heiligt der Zweck die Mittel?

Nachdem sich nun auch der Naturschutzrat gegen die vorliegenden Ausbaupläne am Rohrspitz ausgesprochen hat, gehen den Betreibern langsam die Argumente aus.

== Verfahren und Fehler ==

Bei den Informationsveranstaltungen vergangene Woche hatte man sich noch zuversichtlich gegeben: Alle Verfahren seien soweit abgeschlossen, und man rechne jetzt mit der Baubewilligung.
“Das ist natürlich blanker Unsinn”, stellt Verfahrensleiter Dr. Edmund Kräutler von der BH Bregenz fest, die Behördenverfahren würden sich noch monatelang hinziehen.

== Erweiterung statt Verbesserung ==

Inzwischen spricht Baumeister Hassler von einem Baubeginn frühestens 2011, betont aber nach wie vor, daß es sich bei den geplanten Maßnahmen nicht um eine Erweiterung, sondern nur um eine Verbesserung des Bestandes handle.

Das sieht der Naturschutzrat offenbar anders. Die vom Land zu Grundsatzfragen in Umweltangelegenheiten berufenen Naturschutzräte stoßen sich u.a. an der Verhandlungsschrift vom 22. Februar 2010, in der “von einer Sanierung von Provisorien” die Rede ist. Es sei völlig unzulässig, aus dem Bestehen einer provisorischen Anlage einen Anspruch auf eine Erweiterung abzuleiten.

== “Jahrhundertchance Ufersanierung” ==

Liest man die VN-Leserbriefe des Bauwerbers Salzmann und von A.J. Kopf vom FR 6. August 2010, so merkt man vor allem eins: Den Betreibern gehen langsam die Argumente aus.
Herr A.J. Kopf, der unter dem Deckmantel des Journalismus offenbar regelmäßig im Auftrag anderer propagiert, muß auf einen Kunstgriff der Sprach- und Meinungslosigkeit zurückgreifen: Er bezichtigt die Gegenseite der Lüge. Und der Bauwerber selbst zitiert Wort für Wort das einzige Argumente, das seinen PR-Beratern noch einzufallen scheint: “Jahrhundertchance Ufersanierung”.

== “Jahrhunderchance Ufersanierung” ==

Ursprünglich war eine Ufersanierung im Rahmen des Ausbaus nicht geplant, ebenso wenig wie die Einbindung der Bevölkerung. Daß man dennoch vor Baubeginn davon erfahren hat, verdanken wir einem höchst interessanten Umstand:

Bereits vor der kommissionellen Verhandlung hatte man sich mit dem Aushubmaterial befaßt. Geplant war aber nicht die Sanierung des Rohrspitzufers, sondern eine Deponie in Höchst. Doch die Höchster Bevölkerung wehrte sich, die Deponie wurde verhindert, und die damit verbunden Ausbaupläne am Rohrspitz kamen ans Tageslicht.

== Heiligt der Zweck die Mittel? ==

Offenbar leiten die Betreiber nach wie vor aus dem Ausbauwunsch eine Legitimation für ihr Handeln ab.

Es wird argumentiert, daß der Besitzer schon vor dem Naturschutz da gewesen sei.

Doch bereits seit 1942 steht das Ufer unter dem besonderem Schutz der Seeuferschutzverordnung. Und bereits 1957 beschloß die Landesregierung in dieser Region keine Bauanträge mehr zu genehmigen.

Wie Herr Salzmann zu seinem heutigem Bauvolumen gekommen ist, sei dahingestellt.
Jedenfalls verdankt der Rohrspitz genau diesen Rechtssprechungen seine heutige Schönheit und seinen Wert. Man stelle sich nur vor, wie es dort heute aussähe, wenn seit den 1950ern alle Hüttenbesitzer zum Volumen einer Salzmann Yachting GmbH ausgebaut worden wären.
Also verdankt auch Herr Salzmann die Exklusivität seiner Lage denen die er jetzt polemisierend als “selbsternannte Naturschützer” anklagt.

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