Aus Faszination zur Montfortstadt

Willibald Schmidt erzählt über seine Liebe zu Feldkirch.
Willibald Schmidt erzählt über seine Liebe zu Feldkirch. ©Emir T. Uysal
Der gebürtige Niederösterreicher Willi Schmidt hat die Liebe zu Feldkirch entdeckt.
Aus dem Leben von Willibald Schmidt

FELDKIRCH-GISINGEN Einer der bekannten Gisinger Bürger hat seine Wurzeln in Eggendorf (Niederösterreich). Willibald Schmidt ist dort 1949 geboren und aufgewachsen. Aus Begeisterung zur Technik hat er eine Schlosserausbildung abgeschlossen und reiste dann in den späten 1970er Jahren aufgrund diverser Montageaufträge durch ganz Österreich bis nach Lindau am Bodensee. „Mit den Arbeitskollegen waren wir dann fast täglich in Vorarlberg“, erinnert sich Schmidt zurück. Dort hat er seine heutige Ehefrau Erika kennen und lieben gelernt. 1983 zogen sie gemeinsam von Tosters nach Gisingen. „Wir haben hier in Gisingen in kürzester Zeit einen riesigen Bekanntenkreis aufgebaut“, führt der Wahlfeldkircher aus. „Sogar der damalige Pfarrer Michler hat uns persönlich willkommen geheißen…“ Heute könnte sich Schmidt nicht vorstellen woanders „Zuhause“ zu sein. „Hier ist einfach alles zentral: Wir haben Schulen nebenan, Nahversorger und im Alter wird das Thema Apotheke auch immer wichtiger.“

 

Die Welt durch seine Linse

Mittlerweile ist Schmidt seit 26 Jahren Obmann beim FeldkircherFotoclub Kontakt. Erste Berührungen mit der Fotografie machte Willibald mit der Geburt seines ersten Sohnes 1971. „Mir war es wichtig jeden Schritt festzuhalten“, so Schmidt. Nach einem viertel Jahrhundert wird es für den 70-Jährigen Zeit die Leitung in jüngere Hände zu geben. Mit der nächsten Jahreshauptversammlung legt er sein Amt nieder. „Ich hätte da schon ein paar Kandidaten im Auge, mit denen ich Mal zusammensitzen werde.“ Nach der 40-jährigen Vereinsgeschichte wäre Schmidts Nachfolger erst der vierte Obmann/frau. Ein Schwerpunkt seiner Fotoarbeiten war die Dokumentation der Enkelkinder sowie die Architektur. „Am Anfang trieb mich das gegenseitige Messen unter den Kollegen an, dort konnte man die Entwicklung am besten mitverfolgen. Später kamen weltweite Wettbewerbe dazu“, führt Willi Schmidt aus. Bronze, Silber und Gold erreichte der Hobbyfotograf bei der FIAP (Fédération Internationale de l’ArtPhotographique) sowie UNO-Wien-City-Wettbewerb Gesamtsieger in drei Themenbereichen. „Auf diese Erfolge bin ich besonders stolz.“ Auch die Porträtfotografie begeistert Schmidt: Jedoch nur naturbelassene Personen und keine klassischen Modelbilder.

 

Die Geschichte Feldkirchs festhalten

Die Liebe zum Dokumentarischen spiegelt sich auch im zweiten Hobby von Schmidt wider. An der Wand seiner Gattin entdeckte er erstmals Kupferstiche von Matthäus Merian. Daraus entstanden die Neugier und Faszination zu Feldkirch. „Es ist mit der Zeit immer mehr geworden, bis wir keinen Platz mehr hatten“ erinnert sich Schmidt. Danach hat sich das Paar auf Ansichtskarten und Briefe konzentriert. „Dort erfährt man am ehesten wie die Menschen gelebt haben und mit welchen täglichen Problemen sie damals zu kämpfen hatten.“ Auf den Brief von Philipp M. Schmutzer (1821–1898) ist der Hobbyhistoriker besonders stolz: Schmutzer hat für seinen Schüler, der später berühmt gewordene Liechtensteiner Komponist Josef Gabriel Rheinberger (1864–1936) um ein Stipendium angefragt. Dieses Exponat hat Schmidt beispielsweise aus Amerika ersteigert. Auch eine Telefonkarte aus dem Jahr 1899 „zum telepohinschen Sprechen im interurbanen Verkehr von Feldkirch nach Ravensburg“ zählt zu seinen größten Schätzen.

 

Um eine Brücke von der Fotografie zur Historie aufzubauen ist Willibald Schmidt der Museumswelt Frastanz beigetreten. Dort hat er geholfen die Abteilung Fotografie aufzubauen. Das Museumskino soll heuer noch fertiggestellt werden. Vor zwölf Jahren hat das Projekt gestartet. Damals wurde in Edelschrott (Steiermark) der Gemeindekeller geschlossen, der bis Dato als Museum diente. Alle Gerätschaften mussten nun gesammelt weichen und haben in der Museumswelt Frastanz Platz gefunden. Willibald Schmidt will dann auch mit Sonderausstellungen arbeiten zum Beispiel Japan und Fotografie, Nikon, Canon usw. Bis Anfang nächsten Jahres soll die Abteilung fertiggestellt werden. ETU

 

 

Willibald Schmidt

Geboren: Eggendorf (Bezirk Wiener Neustadt, NÖ) 25.1.1949

Beruf: Schlosser, als Vermessungsbeamter in Pension

Vereine: Heimatkundeverein Altenstadt, Fotoclub Kontakt, Philatelieclub Montfort und Museumswelt Frastanz

Familie: Verheiratet, zwei Kinder, fünf Enkelkinder

 

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