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Aus dem Schatten getreten

George W. Bush scheint ein Abonnement auf Zittersiege zu haben. Bereits zum zweiten Mal sicherte sich der 43. Präsident der USA mit einem knappen Ergebnis den Einzug ins Weiße Haus.

Der Wahlausgang ist zugleich Ausdruck dafür, wie sehr der konservative Republikaner die Nation spaltet. Anhänger und Gegner des Präsidenten stehen sich beinahe unversöhnlich gegenüber.

Vor vier Jahren präsentierte sich Bush den Wählern als „mitfühlender Konservativer“. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 pflegt er jedoch das Image des harten Kerls, der entschlossen handelt. Gern erzählt er, dass ihn der japanische Regierungschef Junichiro Koizumi einmal mit dem Schauspieler Gary Cooper, dem Helden in dem Westernklassiker „High Noon“, verglichen habe.

Das Bild vom aus der Hüfte schießenden Cowboy benutzen auch Bushs Kritiker. Es ist vor allem der Irak-Krieg, der nicht nur in den USA das negative Bild des Präsidenten prägt. Wohlmeinende Kritiker sagen, Bush sei, was die Kriegsgründe anbelangt, Fehlinformationen der Geheimdienste aufgesessen. Andere hingegen sind der Ansicht, Bush habe die Öffentlichkeit bewusst über die angebliche Existenz von Massenvernichtungswaffen im Irak getäuscht. In Wahrheit habe er nur einen Grund gesucht, um den irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu stürzen. Und auch der Kampf gegen den Terror werde von der Regierung immer mehr zur Durchsetzung eigener machtpolitischer Interessen instrumentalisiert.

Dabei räumen selbst Kritiker ein, dass Bush unmittelbar nach den Anschlägen vom 11. September 2001 trotz scharfer Rhetorik besonnen reagiert hat. Die Bekämpfung des Terrorismus hat Bush seither in den Mittelpunkt seiner Politik gerückt. Es handle sich um „einen Kampf zwischen Gut und Böse“, sagt Bush. In einem Interview des Senders NBC im Februar bezeichnete er sich selbst als „Kriegspräsident“.

Ähnlich wie sein Vater ein Jahrzehnt zuvor im Golfkrieg schmiedete Bush nach den Anschlägen auf das New Yorker World Trade Center und das Pentagon in Washington eine internationale Allianz gegen den Terror, die sich im Krieg in Afghanistan bewährte. Im Irak-Krieg versagten ihm dann aber viele der Allianzpartner ihre Unterstützung, darunter auch die deutsche Regierung.

Bushs politischer Aufstieg in das höchste Staatsamt der USA ist erstaunlich. Bei seiner ersten Wahl zum Präsidenten vor vier Jahren war er noch nicht einmal sechs Jahre in der Politik. Der Gouverneursposten in Texas davor war das erste öffentliche Amt für den aus dem Ölgeschäft kommenden Sohn des früheren Präsidenten George Bush, der von 1989 bis 1993 im Weißen Haus saß. Mit der Wiederwahl trat Bush aus dem Schatten seines Vaters, dem die Wähler eine zweite Amtszeit versagt hatten.

Im Ausland wurde Bush junior zunächst vielfach wegen seiner außenpolitischen Unerfahrenheit und der Betonung amerikanischer Interessen mit Skepsis betrachtet. Und das nicht zu Unrecht, wie sich schon bald herausstellen sollte. So brachte Bush nahezu die ganze Welt mit der Absage an das Klimaschutzabkommen von Kyoto gegen sich auf. Auf Kritik stieß auch seine Entscheidung, den ABM-Vertrag mit Moskau über die Begrenzung von Raketenabwehrsystemen aus dem Jahr 1972 aufzukündigen, weil es seinen Plänen für den Aufbau einer nationalen Raketenabwehr (NMD) im Wege steht. Verärgerung rief ferner die Weigerung der US-Regierung hervor, mit dem neu geschaffenen Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zusammenzuarbeiten.

Zusammen mit seinem jüngeren Bruder Jeb, dem Gouverneur von Florida, bildet der 58-jährige George W. Bush bereits die dritte Politiker-Generation der Familie, die deshalb in den Medien mit den Kennedys bei den Demokraten verglichen wird. Bush ist übrigens nach John Quincy Adams im Jahr 1824 erst der zweite Präsidentensohn, der seinem Vater ins Weiße Haus nachgefolgt ist.

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