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Aufregung im Hallenbad: Rauswurf wegen Kopftuch

Assistenzlehrerin muss wegen ihrem Kopftuch Schwimmbad verlassen.
Assistenzlehrerin muss wegen ihrem Kopftuch Schwimmbad verlassen. ©Canva
Der Vorfall ereignete sich im Schörgenhubbad in Linz. Dort soll ein Bademeister eine Assistenz-Lehrerin aus Somalia hinausgeworfen haben, weil sie ein Kopftuch trug.

Die Organisation "SOS Menschenrechte" übt scharfe Kritik. Eine Assistenzlehrerin aus Somalia war mit einer Schulklasse am 30. Juni im
Schörgenhubbad in Linz.

Eine der anwesenden Lehrerinnen wird von "heute.at" zitiert: "Wir waren im Hallenbad, da ist der Bademeister plötzlich gekommen und hat auf unsere Praktikantin gedeutet und abfällig gesagt: Wer ist denn sie?", so die Lehrerin. "Wir haben gefragt, was das Problem ist". Der Bademeister habe dann gesagt, dass die Frau nicht bleiben dürfe, es sei nur Badebekleidung erlaubt. "Wir haben aber auch Straßengewand angehabt, ich ein Kleid, eine Kollegin eine kurze Hose und ein Leiberl", so die Pädagogin weiter. Der Bademeister habe sich beruhigt und gemeint, das nächste Mal wisse man die Regeln dann.

"Wahnsinn und Schikane"

Sie sei dann, so die Lehrerin, kurz in die Garderobe gegangen. "Als ich zurück ins Hallenbad bin, ist mir die Praktikantin völlig verweint entgegengekommen." Der Bademeister sei danach noch einmal zu der Assistenzlehrerin gegangen und habe ihr gesagt, sie müsse jetzt das Schwimmbad verlassen. Beim Verlassen des Bades haben andere Badegäste sogar noch applaudiert. Von "Wahnsinn" und "Schikane" spricht die Lehrerin.

Die Betreiber des Schörgenhubbad, die Linz AG stellt den Vorfall völlig anders da. Durch Rücksprache mit dem Bäderpersonal könne man folgendes dazu sagen: "Beanstandet wurde nicht das Kopftuch. Anlass für den Hinweis auf die Badebekleidungsregel und das anschließende Ersuchen, den Schwimmbereich zu verlassen, war das Tragen einer eindeutigen Straßenkleidung". Das werde auch durch vorhandenes Videomaterial bestätigt.

"Gleiche Regeln für alle"

Die Badeordnung der Linz AG Bäder sieht für den Aufenthalt in den Bädern das Tragen von üblicher Badebekleidung vor. "Darunter fallen Badehose, Badeshorts, ein- oder mehrteiliger Schwimm- bzw. Badeanzug, Monokini, Bikini, Tankini, Burkini, Schwimmwindel für Babys und Kleinkinder sowie Ähnliches aus dem entsprechenden Material (keine Baumwolle!)".

Begleitpersonen (Lehrkräften, Assistent*innen), die sich ausschließlich am Beckenrand aufhalten, dürfen ausnahmsweise auch eine sportliche Bekleidung (wie Sporthose/Shorts und T-Shirt) tragen. Die Linz AG erklärt in ihrer Stellungnahme: "Diese Regeln gelten für alle Badegäste unabhängig von Alter, Geschlecht, Religion oder Herkunft".

(VOL.AT)

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