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Auf neuen Wegen mit der Rikscha

„Radeln ohne Alter“ macht Fahrrad-Rundfahrten für Menschen, die nicht mehr selbst Radfahren können. Seit dieser Woche fahren sie wieder zweimal wöchentlich mit den Seniorenheim-Bewohnern.
„Radeln ohne Alter“ macht Fahrrad-Rundfahrten für Menschen, die nicht mehr selbst Radfahren können. Seit dieser Woche fahren sie wieder zweimal wöchentlich mit den Seniorenheim-Bewohnern. ©bvs
 Die Radpiloten von „Radeln ohne Alter“ sind seit dieser Woche wieder mit den Senioren der beiden Seniorenhäuser unterwegs.
Radeln ohne Alter

 

Lustenau Das Konzept ist denkbar einfach. Die Wirkung groß. Alles was man braucht, sind engagierte Fahrradfahrer und eine Rikscha. In dieser dürfen Senioren und Menschen von der Lebenshilfe Platz nehmen. Dann geht es los, mit einer Fahrt, die für viele ein Gefühl von Freiheit und purer Freude ist. Die ausgebildeten Rikscha-Piloten, wie sie genannt werden, helfen jenen Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, die Welt mit ihren eigenen Augen wieder zu erfahren. „Wir radeln mit Senioren und Menschen von der Lebenshilfe“, erklärt Elke Fitz (46) von „Radeln ohne Alter“. Interessierte Senioren können sich bei ihr melden und einen Termin vereinbaren. „Wir machen Fahrradausflüge innerhalb des Ortes oder fahren beispielsweise zum Alten Rhein. Wir sind aber auch schon mal nach Dornbirn geradelt.“ Es sei eigentlich alles machbar, so Fitz, die mit den Rikscha-Ausflügen schon viele Senioren ein Lächeln ins Gesicht gezaubert hat. „Sie sagen wohin sie möchten und wir fahren mit ihnen dorthin.“

Welt mit allen Sinnen erleben

„Ich durfte schon öfter mit der Rikscha mitfahren. Für mich war es wie der Himmel auf Erden“, sagt Elisabeth Hämmerle (65), Seniorenhaus-Bewohnerin vom Hasenfeld. Sie sei in ihrer Mobilität stark eingeschränkt. Nun wieder derart „schnell“ voranzukommen und weite Strecken zurücklegen zu können, sei schön. Seit dieser Woche nehmen die Rikscha-Piloten ihre Fahrten mit den Seniorenhäusern wieder auf. Zwei Mal wöchentlich fahren sie mit den Bewohnern vom Seniorenheim Hasenfeld und Schützengarten mit dem Fahrrad aus. Aufgrund der Pandemie wurden diese vorerst gestoppt. „Jetzt freu ich mich umso mehr, endlich wieder mitfahren zu dürfen“, so Hämmerle. Für viele Senioren sei es besonders, den Geruch eines Rosenstrauches beim Vorbeifahren wahrzunehmen. Oder den Duft einer frisch gemähten Wiese einzuatmen, erklärt Elke Fitz. Mit der Rikscha haben die Passagiere einen vollen Blick rings herum und nehmen ihre Umgebung mit den ganzen Sinnen wahr. „Wir fahren gemütlich, damit sie alles erkennen und erleben können“, so Fitz.

Erlebnis Fahrradfahren

In Lustenau stehen neben zwei Rikschas auch ein Rollstuhlfahrrad zur Verfügung. Dabei wird der Rollstuhl auf die Rampe geschoben und festgemacht. So können auch Menschen im Rollstuhl das Erlebnis des Fahrradfahrens wieder erfahren. Hansjörg Gamper (79) ist einer von 15 Piloten in Lustenau, der ehrenamtlich den Menschen mit den Radausflügen etwas Gutes tut. Seit sechs Jahren radelt auch er mit ihnen durch Lustenau. „Für Menschen, die stark eingeschränkt sind, ist dieser Ausflug wichtig. Sie sind wieder Teil des Lebens außerhalb der vier Wände“, so Gamper. Ihr Angebot richtet sich vor allem aber auch an Senioren, die zu Hause leben. Die Ausflüge wirken einer Vereinsamung entgegen und sind für viele eine Abwechslung im Alltag. „Für mich ist es das schönste Hobby, das man sich nur vorstellen kann“, sagt Fitz. Eine Frau habe einmal zu ihr gesagt: „Du hilfst mir, die Welt wieder mit meinen eigenen Augen zu sehen.“ Das beschreibe diese wundervolle Arbeit sehr treffend, die Elke Fitz und Hansjörg Gamper mit vollem Engagement machen. Bvs

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