Auf der Suche nach Einsparungen

Dornbirn - Dornbirn setzt den Rotstift an und scheut sich auch nicht, heiße Eisen anzugreifen.

Der Rotstift ist derzeit das wichtigste Schreibgerät im Dornbirner Rathaus. Mehr als 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung versuchen seit Monaten herauszufinden, wo Kosten gespart oder Abläufe vereinfacht werden können. Auch die Bevölkerung ist eingeladen, Vorschläge für das Projekt „ausgewogen 2015“, einzubringen. 300 Anregungen von Bürgerinnen und Bürgern sind bisher im Rathaus eingelangt. Letztes Jahr wurde „ausgewogen 2015“ offiziell ins Leben gerufen. Das Ziel ist hoch gesteckt: Bis 2015 will die Stadt nicht nur einen ausgeglichenen Haushalt erreichen, sondern auch das sogenannte „Freie Budget“ mit acht Millionen Euro ausstatten. Mittel, die vor allem für Investitionen verwendet werden können. Derzeit ist der Topf leer. Beim Projekt geht es nicht nur ums Sparen, sondern auch um die Anpassung der Stadtverwaltung an moderne Managementmethoden. Derzeit werden die Vorschläge der Rathausbediensteten sowie der Bürger von einem Projektteam unter die Lupe genommen, auf ihre Machbarkeit hin überprüft und dann den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt. Entsprechende Beschlüsse zu „ausgewogen 2015“ sollen noch im Spätherbst dieses Jahres gefasst werden. Das heißt, dass sich einige Maßnahmen schon auf das Budget 2012 auswirken könnten.

Vorschläge sind da

Einige Vorschläge werden umfangreichere Vorbereitungen erfordern. Vor allem wenn es um die Neustrukturierung der Abläufe zwischen verschiedenen Abteilungen geht. „In einigen Fällen wird die Stadt zuerst einmal Geld in die Hand nehmen müssen, um langfristig Verbesserungen und Einsparungen erreichen zu können“, so Mag. Ralf Hämmerle, Mitglied des Projektteams. Keine Chancen auf Umsetzung haben jene Vorschläge aus der Bevölkerung, die zum Ausbau der städtischen Leistungen aufrufen. Mehrausgaben sind nicht im Sinne des Projektes. Wo der Rotstift genau angesetzt wird oder welche Verwaltungsabläufe verbessert werden, sagen die Projektverantwortlichen noch nicht. Ein Beispiel für Einsparungen wäre, die städtischen Müllwagen mit Geräten zur digitalen Erfassung des Wasserverbrauchs in den über 18.000 Haushalten der Stadt auszustatten, anstatt einen Bediensteten des Wasserwerkes auf den Weg zu schicken. Gedacht wird unter anderem auch an verstärkte Kooperationen mit Nachbargemeinden, eine verbesserte Koordination der Sozialdienste, eine Vergebührung der bisher kostenlosen Zeitschrift „Stubat“, eine bessere Vernetzung der Kulturbetriebe oder – ein heißes Eisen – an die Neuausrichtung des städtischen Schlachthofs, für dessen Abgangsdeckung die Stadt Jahr für Jahr tief in die Kasse greifen muss.

(VN-HA)

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