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Auf der Suche nach einem guten Leben - ohne Sucht

Suchtexperte Andreas Prenn
Suchtexperte Andreas Prenn ©Christof Egle
Andreas Prenn referierte im Rahmen einer Fastenpredigt über das Suchen, dass oft in der Sucht endet. 
Fastenpredigt: Auf der Suche nach dem guten Leben

Rankweil. Die Rankweiler Fastenpredigten in der Basilika haben bereits eine lange Tradition. Suchtexperte Andreas Prenn erläuterte dabei am Sonntag seine Vorstellungen zur Suche nach einem gutem, einem besseren Leben. Dies stellte bereits Wahlfahrtsseelsorger Walter Juen bei seinen einleitenden Worten fest, nicht umsonst haben „suchen“ und „Sucht“ den gleichen Wortstamm.

 

Prenn stellte eine wichtige Frage: Warum sind Menschen auf der Suche? Er sieht eine Verschiebung der Prioritäten im Leben der Menschen. Noch vor 50 Jahren war die Familie der zentrale Antrieb der Menschen im Land. Eine gute Ausbildung der Kinder, ein eigenes Heim, diesem wurde alles untergeordnet. Heute gelten andere Vorstellungen. Insofern Menschen überhaupt noch Prioritäten im Leben haben, müssen sie schnell erfüllt werden. Die Tugend der Geduld ist den meisten Menschen fremd. Wartete man früher wochenlang auf einen Brief, ist man heute schon nach fünf Minuten nervös, wenn eine WhatsApp Nachricht nicht beantwortet wurde. Zudem ist der Konsum ist in den Mittelpunkt gerückt, die Werbung gaukelt Bedürfnisse nur vor.

 

Viele vermeintlich wichtigen Wünsche werden oder sind erfüllt, was fehlt ist die Erfüllung.

 

Der alltägliche Druck, der Stress, die fehlende Freiräume schon bei Kindern führen Menschen zur Suche nach anderen Befriedigungen. Der Konsum von Cannabis, der Menschen träge und langsam macht und der vor allem Jugendliche betrifft, ist für Prenn kein Zufall. Er sieht darin den Wunsch nach Entschleunigung. Die Gelegenheit wird zur Gewohnheit, zum Missbrauch und schlussendlich zur Sucht. Sucht, ist für Prenn die Abwesenheit der Selbstbestimmung, ein Grundbedürfnis, dass heute speziell jungen Menschen oft fehlt.

 

Auch werden, so Prenn, heutzutage Fehler kaum mehr verziehen. Hat ein Kind in einem Diktat von 100 Worte drei falsch, spricht jeder von den drei Fehlern und nicht von den 97 richtigen Worten.

 

Neben allen Aspekten gilt für Prenn vor allem eins: Es braucht in der Gesellschaft wieder vermehrt ein Miteinander – jeder Einzelne muss wieder mehr für den anderen da sein. Dann lassen sich Süchte zwar nicht verhindern, aber minimieren.

 

Die nächste Fastenpredigt folgt am 18.März um 17 Uhr mit Sepp Gröfler von der Telefonseelsorge. CEG

 

 

Zitate Andreas Prenn:

 

 

„Die Wertvorstellungen in der Gesellschaft haben sich komplett verändert, damit müssen Menschen heute zurecht kommen.“

 

 

„Träume müssen heutzutage schnell erfüllt werden, doch was ist danach?

 

 

„Das Leben früher war nicht besser, es war anders, mit anderen Vorstellungen davon.“

 

 

„Jeder Mensch möchte etwas bewegen, aber man lässt ihn heute nicht mehr.“

 

 

„Eine Sucht ist nicht etwas, was von heute auf morgen entsteht. Die Sucht ist das Ergebnis von langen, tiefgreifenden Problemen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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