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Auf der Suche nach den jüdischen Wurzeln

Der Bedeutung des jüdischen im christlichen wurde im Bildungshaus genauer auf den Grund gegangen
Der Bedeutung des jüdischen im christlichen wurde im Bildungshaus genauer auf den Grund gegangen ©Bandi Koeck
Das Judentum ist die Wiege des Christentums

Götzis. Am Samstag, 16. Jänner fand im Jugend- und Bildungshaus St. Arbogast eine Podiumsdiskussion mit musikalischer Umrahmung zum “Tag des Judentums 2010” statt, welcher viele Interessierte beiwohnten und den theologischen Abhandlungen und dem Erfahrungsaustausch der Vortragenden gespannt lauschten.

Zu Gast waren Bianca Jäger, Walter Buder und Patrick Gleffe, welche alle über ihre individuellen Ansätze von “Wurzeln” sprachen. Die Moderation übernahm Verena Brunner und versuchte immer wieder, Gesagtes auf den Punkt zu bringen.

Die theologischen Ansätze hätten spannender nicht sein können: “Denkt der Fisch daran, dass er im Wasser schwimmt und lebt? Und genau so ist es mir mit den jüdischen Wurzeln gegangen. Mir war es nicht so richtig bewusst. Ein Baum denkt nicht an seine Wurzel, er hat sie einfach.” brachte der Theologe Buder seine Erfahrungen zum Ausdruck.

Alle fünf Jahre sollte in einer Pfarre eine Pilgerfahrt ins Heilige Land statt finden. Patrick Gleffe meinte: “Meine Geschichte ist in der Geschichte Israels verwurzelt, weil ich ja nur Christ sein kann, weil Jesus von Nazareth, der Jude, mein Messias ist. Die Geschichte vom Auszug von Ägypten und das Pessach-Fest sind dabei ganz wichtig.”

Gleffe berichtete weiters über ein Pro-Seminar bei Thomas Albrich und über seine Recherchearbeiten im Jüdischen Museum in Hohenems. Er sagte, dass die Beschäftigung mit der Shoah immer weh tun würde, egal von welcher Seite man sich damit beschäftige.

Bianca Jäger sprach über ihre Begegnung mit Juden auf Vorarlberger Spielplätzen und dass sich daraus eine enge Freundschaft entwickelt habe. Ihr gefiel besonders das Bild, welches Martin Buber gezeichnet hatte, nämlich das “Haus der Religionen”.

Seit dem Jahr 2000 gibt es einen Tag des Judentums. Davor proklamierten die Katholiken, dass die Juden die Messiasmörder wären. Denn nicht erst seit der Shoah, dem Holocaust der Nazis, hat das Umdenken der Christen statt gefunden, sondern seit dem Zweiten Vatikanum. Bis vor Jahren hat noch kein Mensch in Vorarlberg über jüdische Wurzeln geredet oder davon etwas gewusst. Erst Papst Paul VI ist nach Israel gefahren, davor waren es lediglich die Kreuzritter.

Die Theologen waren sich einig, dass die Geschichte des Christentums eine Geschichte der Verdrängung seiner jüdischen Wurzeln ist. Buder betonte, dass es für Christen nichts judenreines geben dürfe und dass, solange kein Frieden in Jerusalem herrsche, es auch keinen Frieden auf der Welt gäbe.

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