AA

Auf den Spuren von Rudi Lins

Nach 38 Jahren fährt mit Christian Klien wieder ein Ländle-Rennfahrer in Le Mans.

Am kommenden Sonntag findet für die 76. Auflage des berühmten 24-Stunden-Sportwagenrennens von Le Mans (14./15. Juni) die Vorqualifikation statt. Nach 38 Jahren Pause versucht sich dabei mit Peugeot-Werksfahrer Christian Klien nach Rudi Lins der zweite Vorarlberger bei dem legendären Klassiker auf der westfranzösischen Sarthe-Piste.

Die Beinahesensation

Der Bludenzer Rudi Lins startete 1969 und 1970 als Porsche-Werkspilot insgesamt zwei Mal in Le Mans. Es war in der Zeit, als Porsche weder Kosten noch Mühen scheute, um an die Weltspitze im Motorsport zu gelangen. Für die 24 Stunden von Le Mans baute man in Zuffenhausen einige offene 908er mit ultraleichtem Achtzylindermotor. Der damals 25-jährige Lins schwärmt noch heute: “Das Fahrwerk des Porsche 908 war grandios und der Drei-Liter-Motor schier unglaublich stark und zuverlässig. Auf der Hunaudiéres-Geraden erreichten wir locker Geschwindigkeiten jenseits von 350 km/h.” Mit der neuen Geheimwaffe schrieben die Schwaben damals Rennsportgeschichte. 1969 holte sich Porsche in der internationalen Markenmeisterschaft für Sportprototypen bei zehn Rennen sieben Siege. Ausgerechnet in Le Mans musste man aber gegen Ford eine Niederlage hinnehmen. Ickx/Oliver (im GT 40) überquerten nach 24 Stunden mit nur lächerlichen 120 Metern Vorsprung vor dem Porsche-Duo Herrmann/Larrousse die Ziellinie. Rudi Lins startete – zusammen mit dem Deutschen Willi Kauhsen – mit einem Porsche 908 Langheck vom vierten Startplatz aus. Von der 14. bis zur 20. Stunde lag das Duo auf dem sensationellen zweiten Platz, ehe Lins/Kauhsen um 10.42 Uhr mit marodem Getriebedefekt liegenblieben. Ein Jahr später, 1970, hatte Lins mehr Glück. Abwechselnd mit Helmut Marko glühte er mit einem 908/02-Langheck-“Flunder” des privaten Martini-Teams von Hans-Dieter Dechent vom 23. Trainingsrang auf den sensationellen dritten Gesamtrang im Rennen. In der 3l-Wertung wurden die beiden sogar Klassensieger. Lins/Marko legten 4502,78 Kilometer zurück und erreichten eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 187,616 km/h.

Langstreckensport-Debüt

38 Jahre nach dem grandiosen dritten Platz von Rudi Lins ist eine noch bessere Le-Mans-Gesamtplatzierung durch Christian Klien durchaus möglich, denn die Peugeot-908-HDi-FAP-Boliden erwiesen sich heuer bisher als die agileren Renner im Diesel-Duell gegen den großen Gegner Audi. In den Le Mans Series steht das Duell nach drei Rennen 3:0 für die Löwenmarke aus Frankreich. Für den BMW-Sauber-F1-Test- und ­Peugeot-Werksfahrer bedeutet der erste Le-Mans-Start auch sein Debüt im Langstreckensport. Klien: “Ich freue mich riesig auf das Abenteuer Le Mans.”

home button iconCreated with Sketch. zurück zur Startseite
  • VOL.AT
  • Vorarlberg Sport
  • Hohenems
  • Auf den Spuren von Rudi Lins
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen