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Außenministerium will durch Video auf Gefahr von Atomwaffen aufmerksam machen.
Außenministerium will durch Video auf Gefahr von Atomwaffen aufmerksam machen. ©YouTube

Atombombe über Wien: Simulations-Video sorgt für Wirbel

Was passiert, wenn mitten in Wien eine Atombombe gezündet wird? Die dramatische Antwort auf diese Frage gibt jetzt das Außenministerium mit einem Video. Und das sorgt für politischen Zündstoff.

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig ist entsetzt und nennt das Video absolut indiskutabel.

Atombomben-Video empört Ludwig

Für Aufregung sorgt das Video des Außenministeriums auf Youtube, indem die Folgen eines Atombombenabwurfes über Wien simuliert werden. Im Video wird aufgelistet, dass ein Abwurf 230.380 Tote und 504.460 Verletzte zur Folge hätte. "Mit dem Atomwaffenverbotsvertrag läuten wir den Anfang vom Ende dieser heimtückischen Waffen ein", wird Außenminister Alexander Schallenberg (ÖVP) im Video zitiert. Der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) reagierte empört.

Zeit für Impfdosen, nicht für Angst

Auf seiner Facebook-Seite schrieb Ludwig, das Video sei "absolut indiskutabel" und lasse jegliche Sensibilität vermissen. "Jetzt ist nicht die Zeit, mit Atombomben Angst zu schüren, sondern sich um #Impfdosen zu kümmern. Die Bundesregierung wäre gut beraten, sich mit aller Kraft der Bewältigung der #Corona-Krise anzunehmen. Videos wie dieses tragen leider absolut nicht dazu bei", so Ludwig.

Der ganze Fokus müsse auf die Bewältigung der Corona-Krise gerichtet werden, forderte der Wiener Bürgermeister. Jede Form der Angstmacherei und billigen Effekthascherei sei vollkommen unangebracht. "Wer mit Angst und Schrecken spielt, beweist, dass er jegliches Gespür für die Menschen verloren hat. Regierungsmitglieder sollten durch Empathie und Besonnenheit überzeugen. Dann braucht es auch keine Marketing- und PR-Shows", so Ludwig.

Das Außenministerium reagierte auf die Kritik Ludwigs via Twitter. Die Gefahr durch Nuklearwaffen werde "leider oft als abstraktes Problem von Großmächten und militärischen Allianzen gesehen", dem sei aber nicht so, hieß es da. "Wir wollen zeigen, dass die Bilder, die wir aus Hiroshima und Nagasaki kennen, leider nicht der Vergangenheit angehören."

Auch der NEOS-Nationalratsabgeordnete Helmut Brandstätter reagierte auf das Video. "Warum macht die Regierung den Menschen Angst vor dem Abwurf einer Atombombe über Wien? Gibt es Umfragen, dass die Mehrheit das nicht schlimm fände? Kaum. Also: Angst machen, verunsichern, die Regierung als Schutz darstellen. Propaganda ohne jegliche Verantwortung. Traurig", schrieb er auf Twitter.

Atomwaffenverbotsvertrag tritt in Kraft

Hintergrund der Veröffentlichung des Videos ist das Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons/TPNW) am Freitag. Österreich soll in einem Jahr die erste Vertragskonferenz des TPNW ausrichten, der im Jahr 2017 von 122 Staaten unterzeichnet worden war. Aufgrund des massiven Lobbyings der Atommächte haben aber erst 51 Staaten das Abkommen ratifiziert, 35 weitere haben es unterzeichnet.

(APA)

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