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Art-on-demand-Installation von Oliver Bischof

Pneuma, Art-on-Demand-Installation 2022
Pneuma, Art-on-Demand-Installation 2022 ©Oliver Bischof
Art-on-demand-Installation „PNEUMA“ im ZollART Schauraum Koblach.

Oliver Bischof macht sich in einer Versuchsanordnung zur Pneumopathologie im ZollART Schauraum in Koblach den Prozess der Vergänglichkeit zum Thema. In der antiken Medizin des Mittelmeerraums stellte man sich das luftartig und sehr feinteilig gedachte Pneuma als materielle Lebenskraft vor, die für physiologische (physische und psychische) Vorgänge verantwortlich ist.

Konkret ist im Inneren des ehemaligen Zollhäuschens am Rheindamm an der Grenze vom vorarlbergischen Koblach zum schweizerischen Montlingen ein Objekt aus Heißluftballon-Seide, also aus beschichtetem Polyamidgewebe zu sehen. An der Außenseite des Fensters ist auf einer roten Schiene ein roter Knopf angebracht, der den Betrachter zum Betätigen auffordert. Daraufhin wird ähnlich wie bei Luftburgen Luft in den Stoff eingeblasen und das textile Material bauscht sich zu einem ballonartigen Gebilde auf. Ist das Objekt voll aufgeblasen, entweicht die Luft langsam wieder über angebrachte Schlitze sowie die eigene Schwerkraft des Materials. Der gesamte Vorgang dieser installativ aufgezogenen und anschaulichen „Art on Demand“, die die Ästhetik des Verschwindens sinnlich erfahrbar macht, dauert rund zwei Minuten. 

Bildhauer aus Zwischenwasser

Der in Zwischenwasser lebende und arbeitende Bildhauer Oliver Bischof wurde 1969 in Dornbirn geboren und ist schwerpunktmässig auf minimalistisch konzeptuelle Raumkunst sowie Projekte im öffentlichen Raum fokussiert.

Facts

  • Oliver Bischof: Art-on-demand Installation „PNEUMA“
  • Die Ästhtik des Verschwindens oder ein Versuch zur Pneumopathologie
  • ZollART Schauraum Koblach, Am Rheindamm, 6842 Koblach
  • bis 13. November 2022
  • Öffnungszeiten: Aktivierbar täglich von 9 bis 19 Uhr
  • rundum jederzeit einsehbar
  • www.kunstvorarlberg.at
  • www.oliverbischof.at

Informationen zum Begriff:

Das Pneuma:
von altgriechisch: πνεῦμα pneúma
„Geist, Hauch, Luft, Atem“.
Eine Art „feuriger Lufthauch“ ...

In der antiken Medizin des Mittelmeerraums stellte man sich das luftartig und sehr feinteilig gedachte Pneuma als materielle Lebenskraft vor, die für physiologische (physische und psychische) Vorgänge verantwortlich ist. Eine wichtige Rolle spielte das als luftartiger Stoff und vom Herzen ausgehende vorgestellte Pneuma als alles durchdringende und ihrer Substanz nach zwischen Feuer und Luft anzusiedelnde Lebenskraft in der durch Athenaios von Attalaeia gegründeten antiken Ärzteschule der Pneumatiker. Die Vorstellung des pneuma geht auf Aristoteles zurück, welcher im pneuma zunächst lediglich warme Luft sah. Die Stoiker entwickelten diesen Begriff des pneuma aber weiter und verwendeten ihn, um so alle Funktionen eines lebenden Organismus zu erklären. Durch dieses pneuma entstünde eine Verbindung aller Dinge miteinander und somit auch die Fähigkeit zur Kommunikation und zum Mitleid für andere. Alles ist somit miteinander verbunden und eigentlich nur ein Teil eines großen Ganzen.

In der antiken, griechischen Vorstellungswelt wirkte das Göttliche überall...

Die verschiedenen Konzepte des „Atem Gottes“, in der antiken, griechischen Vorstellungswelt weisen Überschneidungen in ihren Begriffen und Theorien auf. So ist das griechisch-antike Pneuma aber nicht nur auf den Geist bezogen, sondern weiter gefasst. Es bedeutet auch so etwas wie Wirbel, Windhauch oder Druck und hat Bezüge zu ähnlichen Konzepten wie dem hebräischen Begriff des Ruach (רוּחַ rûaḥ), dem chinesischen Qì (Chi) oder dem indischen Prana bzw. dem indischen Akasha.

Wenn der Geist fehlt: Pneumopathologie... Friedrich Wilhelm Joseph Schelling entwickelt im Rahmen seiner Geschichtsphilosophie den Gedanken an eine Pneumopathologie (eine Lehre vom Verlust des Geistes und den damit verbundenen Verfallserscheinungen).

Quelle: KunstVorarlberg

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