Armstrong schloss Comeback aus

Die Dopingaffäre um den siebenfachen Tour-de-France-Gewinner Lance Armstrong ist am Donnerstag endgültig zur Schlammschlacht zwischen der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und dem Radsport-Weltverband (UCI) ausgeartet.

Knapp vier Wochen nach der Enthüllung durch die Sportzeitung “L’Equipe” hat WADA-Chef Richard Pound den UCI- Präsidenten Hein Verbruggen als Auslöser des Falles “enttarnt”. Armstrong schloss noch am gleichen Tag ein angekündigtes Tour-Comeback kategorisch aus. “Mir reicht dieses Thema”, sagte der 33-jährige US-Amerikaner, der “keine Chance auf eine faire Behandlung auf der Straße oder bei Dopingkontrollen” sieht.

Die “L’Equipe” hatte am 23. August unter Berufung auf das renommierte Anti-Doping-Labor in Chatenay-Malabry berichtet, dass nachträglich untersuchte, anonyme Urinproben von der Tour de France 1999 Armstrong zuzuordnen seien. Der Texaner hatte alle Vorwürfe vehement bestritten. Inzwischen sind drei weitere Profis durch angeblich positive Proben von 1999 belastet worden.

Verbruggen soll zumindest ein für die Affäre relevantes Dokument von der Tour 1999 als Kopie persönlich den Medien zugespielt haben. Bisher hatte die UCI bestritten, von derartigen Unterlagen gewusst zu haben und eine “undichte Stelle” im eigenen Haus gesucht. Damit gerät Verbruggen immer mehr unter Druck.

Erst 17 Tage nach dem Zeitungs-Bericht hatte die UCI in der Affäre offiziell Stellung bezogen, dabei unter anderem die WADA scharf kritisiert. “Die Kopie eines Kontroll-Dokuments ist an einen Journalisten gegangen. Aber Pound lügt, wenn er behauptet, dass diese Dokumente von der UCI gekommen sind,” griff UCI-Sprecher Enrico Carpani Pound an. Bei dem Dokument, das Verbruggen französischen Journalisten zugespielt haben soll, handele es sich laut Pound um ein von Armstrong selbst unterschriebenes Doping-Kontrollformular. Wie der Texaner bestätigte, habe er die Weitergabe des ihn betreffenden Dokuments der Dopingkontrolle an die “L’Equipe” sogar selbst autorisiert. Der Journalist hatte die Unterlagen aber unter einem falschen Vorwand angefordert. Es wollte prüfen, ob Armstrong eine Ausnahmegenehmigung für die Einnahme bestimmter Medikamente auf Grund seines überwundenen Krebsleidens hatte. Der Codenummer auf dem Dopingkontrollformular konnte schließlich der Name “Armstrong” zugeordnet werden.

Links zum Thema:
World Anti-Doping Agency
International Cycling Union
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