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Apple stellt Video-iPod vor

Der US-Computerkonzern Apple drängt mit neuen Produkten und einer Allianz mit Walt Disney auf den Fernseh- und Videomarkt. Apple-CEO Steve Jobs stellte eine neue Version des tragbaren iPod-Musikspielers vor.

Dieser kann bis zu 150 Stunden Film abspielen.

Mit einem neuen, auf Medienanwendungen ausgerichteten Modell seiner Mac-Computerreihe tritt Apple in direkte Konkurrenz zu dem Media Center des Marktführers Microsoft. Auf Apples Website sollen zudem Fernsehserien wie „Desperate Housewives“ und „Lost“, Kurzfilme von Jobs’ Animationsfirma Pixar und Musikvideos zum Herunterladen angeboten werden. Disney-CEO Robert Iger sagte, das Ziel sei eine langfristige Zusammenarbeit.

Apple hatte am Vortag eine Vervierfachung seines Quartalsgewinns bekannt gegeben, mit seinem Umsatz jedoch die Analystenerwartungen enttäuscht. Die Aktien des Unternehmens schlossen um 4,5 Prozent tiefer bei 49,25 Dollar in einem schwachen Marktumfeld. Auch Disney-Aktien schlossen 1,8 Prozent tiefer bei 23,34 Dollar. Pixar-Titel legten dagegen um 2,53 Prozent auf 48,31 Dollar zu.

Über einen videofähigen iPod war lange spekuliert worden. Das von Jobs in San Jose vorgestellte Gerät hat einen 2,5 Zoll (etwa 6,3 Zentimeter) großen Bildschirm und einen 30 oder 60 Gigabyte großen Speicher. Auf der deutschen Website wurden Preise von 319 und 429 Euro angegeben. Der neue iPod ersetzt das bisherige Spitzenmodell der Serie. Die neue Version der iMac-Computerreihe soll als Unterhaltungszentrum für DVDs, Musik und Bildern dienen. Der Rechner hat eine Fernbedienung und eine eingebaute Kamera für Videokonferenzen.

Als Teil der Vereinbarung mit Disneys Tochter ABC wird Apple auf seiner US-Website fünf Serien anbieten. Die ersten Staffeln von „Desperate Housewives“ und „Lost“ sollten ab Donnerstag für 1,99 Dollar je Folge ohne Werbeunterbrechung bereitstehen. Über den Online-Musikladen iTunes werden Apple zufolge für den gleichen Preis Musikvideos vertrieben. Die Kurzfilme von Pixar sollen ausschließlich über die Website verkauft werden. „Ich glaube, das ist eine ziemlich große Sache und ich glaube, es ist nur der Anfang“, sagte Jobs. Iger sprach von einem ersten Schritt, den Kunden derartige Inhalte verfügbar zu machen. „Wir glauben, dass dies nur der Anfang einer hoffentlich langen und erfolgreichen Beziehung zwischen Apple und Disney ist“, sagte er bei der gemeinsamen Ankündigung.

Apple habe nun die Chance, sich eine führenden Position bei Online-Medien zu sichern, sagte Analystin Shannon Cross von Cross Research. „Sie bringen sich als die Firma in Stellung, die Video-Inhalte an den Endkunden bringt und ihr Wohnzimmer kontrolliert“, sagte sie. Nitin Gupta von der Yankee Group warnte dagegen, die neuen Video-Funktionen des iPods würden den Absatz der tragbaren Abspielgeräte vermutlich nicht wesentlich erhöhen. „Der Markt für Leute, die ein Video auf einem kleinen Bildschirm sehen wollen, ist vermutlich klein“, sagte er. „Das wird nicht der Hauptgrund sein, warum die Leute einen iPod kaufen. Es ist nur ein Zusatz.“

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