Antony Gormley zeigt zentrale Werke im Kunsthaus Bregenz

Bregenz - Den Arbeiten des britischen Bildhauers Antony Gormley widmet das Kunsthaus Bregenz (KUB) seine heurige Sommerausstellung. In der Schau werden mit "Expansions", "Allotment", "Critical Mass" und "Clearing" vier wichtige Installationen aus dem Werk des Künstlers zu sehen sein, die in Dialog mit dem Besucher und mit den architektonischen Vorgaben treten.
Antony Gormley zeigt zentrale Werke

Die Schau sei eine “Einladung, zum lebendigen Objekt zu werden”, so der Künstler bei der Presseführung. Die Ausstellung dauert von 12. Juli bis 4. Oktober.

Seit 25 Jahren beschäftigt sich der 1950 in London geborene Antony Gormley intensiv mit dem bildhauerischen Menschenbild, dem menschlichen Körper und seiner Interaktion mit dem ihn umgebenden Raum. Zum Einsatz kommt dabei als Arbeits- und Ausgangsmaterial immer wieder Gormleys eigener Körper, etwa in der aus 60 lebensgroßen Gusseisen-Figuren bestehenden Installation “Critical Mass II” (1995). Die stehenden, liegenden, kauernden Körperformen eröffnen vielfältige Assoziationsmöglichkeiten. Für Gormley reflektieren sie die Industrialisierung des Krieges ebenso wie den sozialen Zusammenbruch, indem sie etwa auf Massaker des 20. und 21. Jahrhunderts verweisen.

Über ein ganzes Stockwerk des KUB spannen sich vom Fußboden zur Decke und von Wand zu Wand zwölf Kilometer unbearbeitete Aluminiumbögen. Als Betrachter kann man sich durch die Struktur hindurch bewegen, die “sowohl ein Ding als auch eine Zeichnung” darstellt. Für “Allotment II” (1996) nahm der Künstler die Körpermaße von 300 Einwohnern der schwedischen Stadt Malmö als Basis. Die rechteckigen, architektonischen Betongehäuse stellen den minimalsten Umraum dar, der zur Umschließung eines bestimmten Individuums nötig ist. Sie sind zu einer urbanen Landschaft aufgestellt. Die Hohlräume zeugten von den menschlichen Körpern, die darin leben, so Gormley, der sie als Meditation über die Zukunft der Städte sieht. Der Betrachter soll sich dabei in Proportion zu den Figuren in Beziehung setzen können.

Die wenige Zentimeter über dem Boden gehängten Schwergewichte “Body” und “Fruit” stammen aus Gormleys Werkreihe “Expansions” (1991/93). Die beiden Gusseisen-Installationen sind von der Form eines Körpers in der Startposition eines Schwimmers vor dem Sprung ins Wasser abgeleitet. Über eine strahlenförmige Erweiterung mit Stäben und der Verbindung ihrer Enden erhielt der Künstler eine Ei-Form mit Wölbungen und durchgängig geschlossener “Haut”. Die Objekte entfalten durch ihre große Masse eine Anziehungskraft, diese Energie und der umgebende Raum sollen dem Besucher ein “direktes physisches Erlebnis” ermöglichen.

Die Ausstellung sei seine erste Retrospektive, so Gormley. Er sei für sich und sein Werk glücklich, in Bregenz sein zu können. Der Schau sei ein sehr langer Planungszeitraum von fast fünf Jahren vorausgegangen. Ursprünglich sollte parallel zur KUB-Ausstellung sein Werk “Horizon Field”, ein Skulpturenfeld in der Arlberg-Region, aufgestellt sein, dieses verzögert sich nun wegen ausstehender Genehmigungen auf 2010. Kurator Rudolf Sagmeister erklärte, die Ausstellung mit Hauptwerken Gormleys sei ein “wirkliches Erlebnis”. Im Rahmenprogramm finden sich in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen drei Konzerte, die speziell auf Gormleys Werk ausgerichtet sind, sowie ein Vortrag des Künstlers.

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