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Anrainer wehren sich gegen Aushubdeponie in Hohenems

Hohenems - Im Hohenemser Erlach soll eine Aushubdeponie mit 38.000m³ entstehen. Bereits im Mai 2007 versuchte die Firma Dold in Erlach eine Deponie mit 95.000m³ zu errichten. Damals wie heute beschwerten sich zahlreiche Bürger über das Vorhaben.
Einspruch der Anrainer (*pdf)
Bürgerinitiative "Deponie Erlach" spricht
Aushubdeponie soll hier entstehen
Hohenems nimmt Stellung I (*pdf)
Hohenems nimmt Stellung II (*pdf)
Dold Tiefbau möchte Projekt realisieren
Entscheidung liegt in Dornbirn

2007 erreichte die Bürgerinitiative „Deponie Erlach“, mit ihrem Widerstand, dass die Firma Dold den Antrag auf die Erstellung einer Aushubdeponie zurückzog.

Anrainer wusste nichts von den Planungen

Nun liegt ein neuer Antrag vor und am 3. Oktober soll bereits die Baubegehung stattfinden. „Der Antrag wurde am 8. Juli eingereicht. Genau in der Ferien- und Urlaubszeit und deswegen haben wir die Einspruchsfrist, die am 26. August endete, verpasst“, beklagt sich Stefan Volgger von der Bürgerinitiative.

Laut ihm und auch den anderen Anrainern wäre es aber ohnehin schwer gewesen Einspruch zu erheben, „da keiner von dem Vorhaben wusste“ und der Antrag nur bei der Stadt aufgelegen war und nicht mal auf die Homepage der Stadt Hohenems zum Einsehen eingestellt wurde. Doch ist Kleber auch besorgt: „Wenn der Antrag trotzdem durch geht, dann wird eine Aushubdeponie nach der anderen folgen.“

Beschluss der Stadt macht Bauvorhaben eigentlich unmöglich

Arnold Kleber, ebenfalls ein Sprecher der Bürgerinitiative legt aber seine Hoffnung in einen Beschluss der Stadt von 2007. „Die Stadt hat damals mit 19:12 Stimmen eine negative Stellungnahme zur Erschließung allfälliger Deponien in Erlach, über bestehende Gemeindestraßen, beschlossen.“ Nachdem das Bauvorhaben bekannt wurde, haben die betroffenen Bürger auch gleich das Gespräch mit Bürgermeister Richard Amann gesucht, der den Anrainern bestätigte, dass es bei diesem Beschluss bleibe und keine Zufahrt über eine Gemeindestraße zu einer Deponie gewährt wird.

Laut den Anrainern ist die Stadt verpflichtet, eine Stellungnahme bis zur Baubegehung an die BH Dornbirn abgegeben. „Wir sind gespannt was diese Stellungnahme beinhaltet und hoffen, dass die Sache dann vom Tisch ist“, zeigt sich Kleber zuversichtlich und verlässt sich auf die Aussage von Bürgermeister Amann.

80 Lkw-Fahrten täglich

Trotzdem kommt am 3. Oktober zu einer Baubegehung in dem betroffenen Gebiet. Die aufgeregten Anrainer konnten in Erfahrung bringen, dass das Projekt auf vier Jahre ausgelegt sei. Ein Jahr beansprucht die Rodung des geplanten Deponiegeländes und dann soll, weitere drei Jahre, die Aushubdeponie genutzt werden. 4.000 Anlieferungsfahrten, also insgesamt 8.000 Fahrten, sollen die Lkw (4-Achser mit 32 Tonnen) absolvieren. „Das sind 80 Fahrten pro Tag mitten durch ein Wohngebiet. Und das auf desolaten Straßen ohne Gehsteig und dazu auch noch auf einem Schulweg“, ist Kleber empört.

Anrainer üben Kritik

Die Liste der Kritikpunkte der Anrainer ist lang und vielseitig. Ihrer Ansicht nach wird ein Naturgut und Naherholungsgebiet für die Hohenemser zerstört. Die tägliche Lärm- und Schmutzbelastung bei 80 Lkw-Fahrten pro Tag unerträglich. „Schon jetzt ist es bis zu den hintersten Wohnhäusern zu spüren, wenn ein Lastwagen über die Erlacherstraße fährt“, beklagt Riess die Situation, die sich mit der Deponie nur noch verschärfen würde. Riess hat sein Haus im Jahr 2007 gebaut. „Ich habe hier mein Haus nur gebaut, weil der Antrag im Jahr 2007, zur Errichtung eine Deponie, zurückgezogen wurde. Jetzt lebe ich mit meiner Familie hier und nun geht die Diskussion über eine Deponie wieder von vorne los.“

Die Bewohner des Gebietes fürchten auch um eine weitere Absenkung der Straßen, wenn hier täglich 80 Lkw die Siedlung durchqueren. Doch viel mehr fürchten die Familien in Erlach um die Sicherheit ihrer Kinder. „Die Straßen sind schmal, desolat und es gibt keinen Gehsteig, die ein Mindestmaß an Sicherheit für unsere Kinder auf ihrem Schulweg und zur naheliegenden Bushaltestelle gewährleisten“, meint Riess weiter.

Auch Steinbruch macht Sorgen

Kleber und Vollger beschweren sich auch über die Wertminderung ihrer Häuser. „Wer ersetzt uns das?“ Und gleichzeitig fragen sie sich, was das für den alten Steinbruch bedeutet: „Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass der Steinbruch gefährlich ist und abbröckelt”, meint Kleber. Die Bürger fürchten, da ein Wall zur Seite des Steinbruches aufgeschüttet werden soll, dass, wenn das Gestein mal nachgibt, der Wall das Geröll ableitet und deren Häuser beschädigen könnte.

Unterschriftenaktion gestartet

Bereits 200 Anrainer haben eine Unterschriftenliste gegen den geplanten Bau einer Aushubdeponie unterschrieben. „Und das ist nur der, örtlich engste Kreis, von betroffenen Bürgern“, meint Volgger, der, wie auch die anderen Siedlungsbewohner, wie schon 2007, sich gegen den neuen Versuch, eine Deponie zu errichten, wehren. Wir werden weiter dagegen ankämpfen lautet der Tenor.

Es gibt schon eine Aushubdeponie

Zwischen Hohenems und Götzis besteht bereits eine Aushubdeponie eines anderen Bauunternehmers. „Wieso wird der Aushub nicht dorthin gebracht oder die Anlage dort erweitert“, schlägt Kleber vor. Um, die dort bestehende Deponie, stehen keine Wohnanlagen bzw. führt die Zufahrtsstraße nicht durch Wohngebiet.

Stadt Hohenems sind Hände gebunden

Bereits 2007, als der Antrag der Firma Dold zum Bau einer Aushubdeponie, auf Protest der Bürger zurück gezogen wurde, hat die Stadt Hohenems das Projekt, in einer Stellungnahme an die BH Dornbirn, negativ beurteilt. Auch wenn die besagte Stellungnahme nur das Bauvorhaben von 2007 betraf, sieht Vizebürgermeister Günther Linder (ÖVP) keinen Anlass dieses Mal die Angelegenheit anders zu beurteilen. „Ich sehe keinen Grund, wieso die Stadt Hohenems dieses Vorhaben anders beurteilen soll als wie jenes von 2007. Für uns steht nicht der wirtschaftliche Faktor im Vordergrund sondern ganz klar die Sorgen und Bedenken der Bürger bzw. den betroffenen Anrainern.“

Die Stadt hat keine Möglichkeit jetzt schon das Verfahren zu unterbinden, da es sich um eine gewerberechtliche Angelegenheit handelt und dafür allein die BH Dornbirn zuständig ist. Doch wird die Stadt dazu aufgefordert, eine Stellungnahme bis zur Bauverhandlung abzugeben.

Johann Riess spricht für Bürgerinitiative “Deponie Erlach”

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