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Anlaufstelle für Stickereigeschichte

Daniela Fetz-Mages (links) und Silke Hagen-Jurkowitsch (rechts) präsentieren im S-MAK anschaulich die Stickereigeschichte Lustenaus.
Daniela Fetz-Mages (links) und Silke Hagen-Jurkowitsch (rechts) präsentieren im S-MAK anschaulich die Stickereigeschichte Lustenaus. ©bvs
Im S-MAK in Lustenau wird das Wissen über die Stickereigeschichte Lustenaus aufgearbeitet, archiviert und für die Bevölkerung anschaulich präsentiert.
Anlaufstelle für Stickereigeschichte

Lustenau Spaziert man aufmerksam durch Lustenau, so erkennt man viele historische Überbleibsel von Textiltreibenden, die im Laufe der vergangenen 150 Jahre dieser Arbeit nachgegangen sind. Über 400 noch bestehende Häuser haben einen Bezug zur Stickerei. „Im Moment zählt Lustenau zwischen 30 bis 40 aktive Stickereien“, erzählt Daniela Fetz-Mages vom Verein S-MAK. Der Name steht für Stickerei, Museum, Archiv und Kommunikation und soll das wertvolle Erbe unserer Vorfahren würdig bewahren.

Wertvolle Zeitzeugen

Alles begann vor vier Jahren. „Früher gab es in der Pontenstraße ein Stickereimuseum. 2010 hat die Wirtschaftskammer die gesamte Sammlung der Gemeinde überlassen“, erinnert sich die stellvertretende Obfrau Silke Hagen-Jurkowitsch zurück. Es wurde ein öffentlicher Aufruf gemacht, um Personen zu finden, die das Lustenauer Erbe fachgerecht verwahren und der Öffentlichkeit zugänglich machen. „So hat sich unser Vereinsvorstand aus zwölf interessierten Personen zusammengefunden“, erklärt Hagen-Jurkowitsch.

Dokumentation des Ist-Standes

Seit 2018 besteht der Verein und hat in den vergangenen vier Jahren eine Bestandsaufnahme der historischen Gegenstände gemacht und macht dies teilweise immer noch. „Wir haben alles fotografiert und digital erfasst. Nun haben wir einen Überblick unserer sehr umfangreichen Sammlung“, sagt Daniela Fetz-Mages. Den Mitgliedern von S-MAK geht es nicht nur um das Präsentieren der textilen Zeitzeugen. „Wir wollen vor allem auch aufzeigen, inwieweit uns dieser Teil der Geschichte noch heute prägt und uns zu dem macht, was wir sind“, sagt sie. So wurde die Handelsschule in Lustenau für die Kinder der Sticker gebaut, um auch das Betriebswirtschaftliche für die aufkommende Stickerei garantieren zu können. Neben der Bildung wirkte sich die Stickerei aber auch auf die Architektur aus. Das Ortsbild hat sich markant verändert.

Ein Ort, an dem sich alles bündelt

„Wir sind Anlaufstelle für alle möglichen Stickereianfragen“, sagt Hagen-Jurkowitsch. Im Ausstellungsgebäude in der Hofsteigstraße finden sich einige alte Stickereimaschinen wieder, die die Entstehungsgeschichte und deren Werdegang eindrücklich veranschaulichen. Die ersten Handstickmaschinen, die mit Muskelkraft gegen Ende des 19. Jahrhunderts betrieben wurden, zeigen eindrücklich mit welchem Aufwand früher die Menschen gearbeitet haben. Die Besucher erfahren aber auch, welchen Boom die Stickerei erlebt haben und wohin Lustenaus Stickerei in der Welt verkauft wurde und noch heute wird. Noch immer platzieren führende Modehäuser regelmäßig ihre Aufträge bei Lustenauer Stickern.

Wissensvermittlung

Zu erzählen haben die Vereinsmitglieder einiges, ihre Wissensvermittlung an die Bevölkerung ist vielseitig. „Wir machen Spaziergänge durch den Ort, interviewen Zeitzeugen und lassen die Menschen an dieser einzigartigen Geschichte teilhaben“, so Fetz-Mages. Für Schulkinder gibt es ein eigenes Programm, um den Kindern das Wissen spielerisch näher zu bringen. „Der Wissenserhalt steht für uns an oberster Stelle“, betont Hagen-Jurkowitsch. bvs

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