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Am Rand der Sehnsucht entlangstreichend

Ein Konzert in Erinnerung an Günter Funke, mit dem Klaus Christa (im Bild mit Björg Vaernes Lewis) vor seinem Tod noch intensiven Kontakt pflegte.
Ein Konzert in Erinnerung an Günter Funke, mit dem Klaus Christa (im Bild mit Björg Vaernes Lewis) vor seinem Tod noch intensiven Kontakt pflegte. ©Verena Kogelnig
Musik, Poesie und Mystik beschworen gemeinsam die Erinnerung an Günter Funke.
Geh bis an deiner Sehnsucht Rand

 

 

Feldkirch Ein Ton entzündete einen Funken Hoffnung, eine Suite von J. S. Bach spendete tröstendes Licht, in Beethovens Streichquartett Nr. 59 brannte Sehnsucht. Dies war das Andenken, das „Musik in der Pforte“ vorigen Donnerstag- und Freitagabend dem Theologen und Psychotherapeuten Günter Funke widmete. Mit dem Konzert „Geh bis an deiner Sehnsucht Rand“ – wie ein früheres betitelt, doch gänzlich neuen Inhaltes – schloss die diesjährige Konzertreihe im Pförtnerhaus in erhebender Weise.

Zitate und Gedichte in Klang übertragen

Die drei norwegischen Musikerinnen Berit Cardas, Miriam Helms Alien (beide Violine) und Björg Vaernes Lewis (Violoncello) interpretierten mit Klaus Christa (Viola) zwei Werke der Meister, die Funke sehr schätzte. Zu diesen gesellten sich ohne Aufhebens und doch mit ihrer eigenwilligen Kraft die Kompositionen der Vorarlberger Michael Amann und Simon Frick. Die letzteren beiden Stücke hatte Christa, heuer erstmals alleiniger Kurator der Reihe „Musik in der Pforte“, eigens für den Anlass in Auftrag gegeben. Mit schwebenden, bald springenden, bald sprühenden Bogenstrichen übersetzte das Quartett in den Klangpassagen die vom theatererfahrenen Gotthard Bilgeri verlesenen Zitate Funkes, Meister Eckharts sowie die Gedichte Rainer Maria Rilkes. Funke hatte besonders in der Zeit vor seinem frühen Tod im Sommer 2016 aus diesen Quellen geschöpft. An ihrem Rand entlang hatte er über das Leben nachgedacht: darüber, wie es uns beschweren kann, wenn wir zu vieles erklärt bekommen, doch nirgends Verstehen durch andere finden; oder über Gelassenheit, die erst entsteht, wenn wir vermögen, uns selbst zu lassen – auch uns selbst schuldig werden zu lassen.

Weiterwirkende Inspiration für viele Vorarlberger

In Vorarlberg fand Funke, der Leiter des Instituts für Existenzanalyse in Berlin gewesen war, zahlreiche Zuhörer bei Vorträgen im Bildungshaus St. Arbogast wie bei Übertragungen im Hörfunk. Seine inspirierenden Überlegungen nahmen Zeitloses auf. Gleichwohl formulierte er gerade für die heutige Zeit bedeutsame Fragen, etwa Bildung oder Burn-out betreffend. Einer jener, die in engem Austausch mit Funke standen, war Christa. Ihm ist nicht nur Funkes Andenken ein Anliegen, sondern das Aufgreifen dessen Bemühungen. „Wenn Menschen nicht mehr da sind“, gab Christa zu bedenken, „spürt man noch stärker, dass man das Steuer in die Hand nehmen und das Werk weiterführen muss.“ VKO

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