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Am Arbeitsplatz sexuell belästigt

Feldkirch – Vor dem Landesgericht Feldkirch muss sich seit gestern ein 53-jähriger Staatenloser wegen sexueller Belästigung und Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses verantworten. Der Vorwurf: Er soll als Schichtführer in einem Fastfood-Restaurant einer 16-jährigen Mitarbeiterin unter anderem an die Brust gefasst haben.

Der Prozess wurde wegen weiterer Zeugen vertagt. Wie so oft in Sexualprozessen steht auch in diesem Fall Aussage gegen Aussage. Der bislang unbescholtene Angeklagte, der mittlerweile in Wien lebt, weist die Anschuldigungen zurück. Auf die Frage von Richter Peter Mück, warum das mutmaßliche Opfer die Vorwürfe hätte erfinden sollen, meint der gebürtige Iraner: „Keine Ahnung, das frage ich mich selbst. Wir hatten ein gutes Arbeitsverhältnis.“

Massiert

Die heute 19-Jährige, die im Zeugenstand immer wieder um Fassung ringt, schildert den Vorfall vom Dezember 2008 detailliert. „Es war etwa 10 Uhr abends und ich habe im Personalraum auf meine Mutter gewartet. Er kam herein, lobte mich für meine Arbeit und machte mir Komplimente. Dann fragte er mich, ob ich ihn massieren kann. Als ich verneinte, fragte er, ob er mich massieren soll und ich stimmte zu.“ Doch bei einer Massage sei es nicht geblieben, so die junge Frau. „Er hat mich zuerst am Gesäß angefasst und dann unter dem BH an beiden Brüsten.“ Das Ganze habe zwei bis drei Minuten gedauert. „Ich hatte Angst und war total geschockt“, verneint die 19-jährige die Frage, ob sie sich gewehrt oder geschrien habe. Das mutmaßliche Opfer hatte sich nach dem Vorfall zwei Mitarbeiterinnen anvertraut, die die vertraulichen Gespräche gestern vor Gericht bestätigten. Das Gericht will jetzt zwei weitere Zeugen hören, unter anderem die Schwester des mutmaßlichen Opfers. Sie soll ebenfalls begrapscht worden sein. Es gilt die Unschuldsvermutung.
VN
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