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Altes Brauchtum wiederbeleben

Kindergartenkinder besuchen Armin Bell und bekommen Einblick in die Sauerkrautherstellung
Kindergartenkinder besuchen Armin Bell und bekommen Einblick in die Sauerkrautherstellung ©veronika Hotz
Krauthobeln in der Götzner Rütte bei Armin Bell

Götzis – Für Armin Bell gehört das Krauthobeln einfach zum Herbst wie Blut- und Leberwürste oder der Süßmost. Seit 55 Jahren bewahrt er diese alte Tradition und möchte einigen Kindergartenkindern das Geheimnis der Sauerkrautherstellung anvertrauen.

Eine Gruppe Sechsjähriger machte sich kürzlich auf den Weg in die Götzner Rütte, um das Herstellungsverfahren “Vom Kraut zum Sauerkraut” mit eigenen Augen mitzuerleben. “Wir wollen mit solchen lebensnahen Projekten gezielt die Beziehung zu natürlichen Vorgängen und Lebensmitteln wie Obst und Gemüse wiederherstellen und fördern, ” erklärt die Kindergartenpädagogin Heidi Kolhaupt.

Vergessener Beruf: Lohnhobler.
Nachdem die Krautköpfe geputzt und halbiert sind, macht sich Armin daran, die “Sauren Räben” zu waschen. “Heute ist der richtige Mond, um das Sauerkraut einzustampfen und die Sauren Räben zu hobeln”, betont der Götzner, der in seiner Freizeit am liebsten in der freien Natur arbeitet. Er erzählt den Kindern vom Beruf der “Lohnhobler” – der vor über 40 Jahren in den Gemeinden an seinem Feierabend für die Leute das Kraut einhobelte. Auch Armin s Sohn mache heute noch für sich und seine Frau eigenes Sauerkraut. Der hohe Vitamin C Gehalt half schon zu Christoph Columbus Zeiten den Seefahrern sich gegen den gefürchteten “Skorbut” zu schützen. Heute werden das Sauerkraut und die Sauren Räben als köstliche Beilage zu Braten und Reis geschätzt. Zwei Monate dauert die Lagerung der beiden herbstlichen Beilagen, bevor sie erstmals an den Weihnachtstagen serviert werden.

Große körperliche Anstrengung nötig.
Die Kinder beobachten, wie viel Kraft und Ausdauer notwendig sind, bis aus 40 kg rohem Kraut und Zwiebeln das Sauerkraut entsteht. Sie erfahren, dass außer Salz auch Wachholderbeeren und Lorbeerblätter dem Kraut die richtige Würze verleihen werden, bevor das Fass mit einem Tuch verschlossen und mit Steinen beschwert wird.
Obwohl die Kinder bald wieder den Heimweg antreten werden, wird ihnen das Erlebnis “Kraut hobeln” bei Armin noch lange lebhaft in Erinnerung bleiben.

Zitat – Kindergartenleiterin Heidi Kolhaupt:” Wir stellen fest, dass viele Kinder zu natürlichen Produkten keinerlei Bezug mehr haben.”

Zur Person:

Armin Bell
Geburtstag: 4. Mai 1948
Wohnort: Götzner Rütte
Hobbies: Natur, Wald, Garten, Texte schreiben, Moderieren
Familie: verheiratet, zwei Kinder
Beruf: Saalmanager an der Kulturbühne AMBACH

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